Wir sind umgezogen!

Dienstag, 2. September 2008

Über die Instrumentalisierung von Zukunftsängsten

Das Bedienen von ausländerfeindlichen Ressentiments ist ein Spiel mit der Angst. Menschen, die in ihrem Alltag mit vielen Migrantinnen und Migranten zu tun haben, aber auch solchen, die einfach nur nach einer Projektionsfläche für ihre Sorgen suchen, wird durch Methoden der Verallgemeinerung, Vereinfachung, Übertreibung und Erfindung eine berechtigte Furcht vor „den Anderen“ insinuiert. „Die Ausländer“, so heißt es gerne pauschal verunglimpfend, hielten sich einfach nicht an ihre Verpflichtungen als Gäste und unterminierten so die Rechte der „Inländer“.

Rassisten erschließen ihre Identität aus der Ausgrenzung jener, auf die sie ihre schlimmsten Ängste projizieren. Dies ist oftmals nicht zuletzt Ausdruck einer tiefen Ohnmacht gegenüber der Aushöhlung des eigenen Sicherheitsempfindens: Andersdenkende, Andersgläubige oder Andersaussehende als Schuldige für die eigenen Probleme mit der Anpassung an den Wandel der Zeit schuldig zu sprechen, erscheint als einfachste Möglichkeit, um die empfundene Hilflosigkeit des Selbst zu beschwichtigen.

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Reduzierte Ehe durch homosexuellen Gefallen

Im Senegal sind ein Rentner aus Belgien und seine einheimische Ehefrau wegen der “Begründung einer heterosexuellen Ehe und Taten gegen die Natur” verhaftet und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Klar, diese Meldung haben Sie sofort als Quatsch erkannt. Wo würde auch eine ganz normale Ehe verfolgt? Die Originalmeldung jedoch hält niemand für unglaubwürdig und auch für skandalös halten sie wohl die wenigsten, schließlich kann Homosexualität im Senegal mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Entsprechend wenig Spielraum blieb dem Rechtsanwalt der Beiden, der erklärte:

Um Herrn Gueye zu ermöglichen, in Belgien zu leben, hat Herr Lambot ihn im Juli dort geheiratet,

weshalb die Verbindung der zwei Männer mit Homosexualität überhaupt nichts zu tun haben müsse:

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