Wir sind umgezogen!

Sonntag, 30. November 2008

Schwedisch ambig

Katholische Gruppen haben in Polen zum Boykott des schwedischen Möbelhauses Ikea aufgerufen.

schreibt queer.de wahrheitsgemäß, um schon im nächsten Satz bei der Grundlage für den Aufruf ins Reich der Fantasie hinüber zu gleiten:

Im neuen Katalog ist auch ein Homo-Paar abgebildet.

Nun ist die Argumentation der Fundi-Katholiken korrekt wiedergegeben, nur was da für ein Paar im Katalog zu sehen ist, das ist weit weniger eindeutig. Ich habe das ganze zuerst für die Frühstücksidylle eines Heteropaares gehalten, bis mir die Brustbehaarung bei der “Frau” auffiel. Andere queer.de-Leser hielten die Beiden für Vater und Sohn. Die Reaktion von Ikea, das vor einem guten Jahr noch mit einer Maßnahme vorauseilenden Gehorsams gegenüber islamischen Feinden der Meinungsfreiheit von sich reden machte, ist ebenfalls mehrdeutig:

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Freitag, 28. November 2008

Warum kultureller Pluralismus bei der britischen Polizei nicht erwünscht ist

Die schwule Lobby hat wieder zugeschlagen, dieses Mal in Großbritannien. Dort wurde ein Polizist vom Dienst suspendiert, weil ihm offensichtlich nicht ganz bewusst war, dass er britisches Recht und nicht die Gesetze seiner Kirche durchzusetzen hat:

The complaints against PC Cogman stem back to 1995 when a gay colleague sent emails round to staff encouraging them to support Gay History Month by wearing a pink ribbon.

Auszeit! Was um alles in der Welt ist ein “Gay History Month“?

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Donnerstag, 27. November 2008

Warum Frauen in Hosen eine Gefahr für die nationale Sicherheit sind und was das mit Kardinal Meisner zu tun hat

Nachdem der Kölner Erdbeerschorch Papa Benedikt seinen Rücktritt angeboten hat, lassen wir uns überraschen, ob der Papa das Rücktrittsgesuch annimmt. Wenn ja, bin ich auf den Nachfolger gespannt. Vielleicht holt man sich ja einen wie Stefan Wurm, den Vorsitzenden der Katholischen Jugend (KJ) in Österreich. Der hat ein Interview gegeben und dabei für Unmut gesorgt. Laut CHiLLi.cc, "Europas Jugendseite", wollten er und seine Mitarbeiter nämlich

mit vatikanischen Zensur-Methoden CHiLLi.cc zu einem braven Kirchenmedium machen: Gefordert wurden vorformulierte Interview-Fragen, die Freigabe eines von der KJ übermittelten Wurm-Lebenslaufs sowie die Verstümmelung gesagter Wahrheiten (etwa zum Thema Homosexualität).

Zum Glück hat CHiLLi.cc das Fähnlein des investigativen Journalismus nicht untergehen lassen und so lesen wir im unzensierten Interview mit Stefan Wurm auf die Frage, warum die Kirche ein Problem mit der Homo-Ehe habe:

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Mittwoch, 26. November 2008

Arme, kleine Heten

Heplev schäumt :

Was treibt die Homosexuellen-Szene eigentlich dazu, immer wieder Persönlichkeiten der Geschichte für sich und ihre sexuelle Ausrichtung zu reklamieren? Abraham Lincoln wurde schon Homosexualität angedichtet, jetzt ist es König Ludwig II. von Bayern. Haben die Schwulen derart wenig Selbstvertrauen, dass sie sich mit Gewalt (s. Kalifornien) und Geschichtsrevision stark machen müssen? Oder haben die Recht, die behaupten, sie wollten die Dominanz der Heterosexuellen mit aller Macht?

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Dienstag, 25. November 2008

Evangelikale raus aus Castro…

Die Freude im Gefolge von Proposition 8 mag hoch sein, aber was sich in der Nacht des 14. November in San Franciscos Castro-Distrikt abgespielt hat, erntet bei mir Kopfschütteln, Unverständnis und erzeugt ein Gefühl der Beklemmung nebst Gänsehaut:

Betende Christen, welche die "Anwesenheit Gottes", in den Stadtteil bringen wollten,

genauer gesagt also evangelikale "Christen",

die in den 70er Jahren mit Anita Bryant verantwortlich waren für den Slogan "Töte einen Schwulen - für Jesus",

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Montag, 24. November 2008

Keine Lust auf Integration?

Aktuelle Daten über homophobe Hassgewalt in den Niederlanden bringen die queer.de Redaktion zu einer erstaunlichen Erkenntnis. Demnach

stellten islamisch orientierte Migranten nicht die Hauptgruppe unter den Tätern: Bei nur 16 Prozent der Täter handele es sich um “Nicht-Weiße”, heißt es in der Statistik. Die große Mehrheit der Täter seien eingeborene Niederländer.

Keine Ahnung, wie man bei queer.de darauf kommt, dass islamisch orientierte Migranten stets “Nicht-Weiße” seien oder darauf, dass eingeborene Niederländer nicht auch islamisch orientiert sein könnten. Nicht umsonst gibt es schließlich den Terminus “mit Migrationshintergrund”, womit weder eine Aussage über die Hautfarbe noch über das Geburtsland des Bezeichneten getroffen ist. Doch die größte Gefahr für Schwule droht sowieso von ganz anderer Seite, wie ein Kommentator erkannt hat.

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Sonntag, 23. November 2008

Raumorientierte Jugendzentren für heterosexuelle Volksgenossen ohne Aids

Nationale Sozialisten, immer empört, wenn es gegen das böse Finanzkapital, die Juden, die Globalisierung und den Abbau des Sozialstaates geht, leben in ihrer eigenen kleinen Welt raumorientierter Intelligenz. Ihr Leben läuft in festen Bahnen des heimischen Reviers, das gegen Fremde verteidigt wird und in der alles was von Außen kommt, erst einmal auf Kompatibilität mit völkischer Anschauung abgeklopft werden muss. Mit Ferkeleien wie Homosexualität erntet man in den Kameradschaften dieser Welt wenig Sympathien und das obwohl es zur guten Tradition internationaler Sozialisten gehört, genau dies zu behaupten.

Ihre Provinzialität, ihren Mief und ihre durch die Globalisierung unangetastete Bildung beweisen Berliner Nationalisten in ihrem Blättchen, mit dem beschaulichen Namen “Berliner Bote“. Eine Sektion befasst sich mit der in Berlin heimischen Subkultur schwuler Lebensweisen. Der kurze Beitrag liest sich ob seiner kindlichen Naivität äußerst amüsant, was schon mit dem Titel losgeht:

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Samstag, 22. November 2008

Die hard - go gay

Ist es nicht irgendwie amüsant, dass es immer noch Menschen gibt, die man mit Homosexualität bis auf’s Blut reizen kann? Die wiederaufgelegte Band “Boyzone” hat bestimmt nicht damit gerechnet:

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Donnerstag, 20. November 2008

Verschwörung aus Angelsachsen

Gender Mainstreaming nennt sich der Versuch, die eingebildete Benachteiligung von Frauen in der westlichen Welt durch eine Art bevorzugten Blick auf Frauen ausgleichen zu wollen. Es gibt viele Gründe, dieses Theater abzulehnen, darunter auch solche, die mit klarem Kopf ebensowenig nachzuvollziehen sind wie das kritisierte Konzept selbst. Zu letzteren gehört die Idee, beim Gender Mainstreaming ginge es um die Abschaffung der Geschlechter. Das ist auch die Ansicht der FPÖ-Politikerin Barbara Rosenkranz, die

in einem Buch eine Verschwörung auf(deckt):
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Mittwoch, 19. November 2008

Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin schwul.

So, oder so ähnlich, könnte man das Weltbild des Fundi-Christen Newt Gingrich zusammenfassen. Seit jeher ein aufrechter Ritter für Moral, Sitte und Anstand, hat Gingrich jetzt eine neue Leidenschaft entdeckt: den Kampf gegen den Faschismus, manifestiert in der Bewegung (!), die irgendwie schon immer faschistisch war: die der Homos und insbesondere die der Schwulen. Ja, Newt Gingrich hat von europäisch, linken Traditionen gelernt, auch wenn seine Begründung ein wenig anders strukturiert ist.

In einem Interview mit John O'Reilly bei FOX News - der Medienfamilie übrigens, die bspw. mit den Simpsons selbst gehörig zur Verschwulung der Welt beiträgt - legte Gingrich, befeuert von Busenkumpel O'Reilly, dann auch so richtig los:

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Dienstag, 18. November 2008

Von hinten links durch die Mitte nach Strukturell-Diskriminierungstan

Nachdem Sascha Steuer (CDU) den Berliner Senat aufgefordert hatte, moslemische Gewalt gegen Schwule zu bekämpfen, reagiert Klaus Lederer von der regierenden Linken mit der Forderung, CDU-Gewalt gegen Schwule zu bekämpfen. Zudem erinnert er daran, dass auch Menschen ohne Migrationshintergrund zuweilen homophob auftreten, bspw. der längst verblichene katholische Bischof Dyba. Schlimmer noch, auch amtierende katholische Würdenträger, adelige Schreckschrauben und CDU-Politiker waren oder sind irgendwie gegen die Gleichstellung von Schwulen mit Heteros oder jedenfalls irgendwie nicht unserer Meinung bezüglich Homosexualität:

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Montag, 17. November 2008

Von der schwulen Sau zum schwulen Lebensstil

Ein Gutes hat das verlorene Referendum über die Homo-Ehe in Kalifornien ja: Anhand der Werbe- und Infospots unserer Gegner, lässt sich vorzüglich analysieren, was Homos in den nächsten Jahren so alles erwartet. Das Fazit sieht dabei relativ klar aus: Homophobie wird sich immer öfter durch die Nebelwolken vordergründiger Toleranz äußern. Homosexualität ist nicht mehr “abartig” , “pervers” und “scheiße”, sondern nur noch ein Defizit. Die Träger dieses Defizits kann man dabei schon mal zur Gartenparty einladen, doch wird auch dort ihnen beständig klar gemacht werden, dass ihnen einfach ein entscheidendes Kriterium fehlt, um voll als Mensch akzeptiert zu werden:

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Sonntag, 16. November 2008

Warum Intoleranz manchmal notwendig ist

Es war im Herbst 2005, als in Berlin ein Grußwort des Regierenden Bürgermeisters an ein Fetisch-Festival für Unmut sorgte. Nicht nur die CDU empörte sich, die

Bilder in der Werbebroschüre “zeigen unumwunden Akte enthemmter Gewalt” und “faschistoide Motive”.

Doch aller öffentlich artikulierte Abscheu half nicht, das Festival scheint sich etabliert zu haben und fand so auch in diesem Jahr erneut statt. Dieses Jahr jedoch gab es erstmals massive Proteste von Anwohnern:

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Die Heilung des Ted Haggard

Erinnern Sie sich noch an Ted Haggard? Ja, das ist dieser evangelikale amerikanische Pastor, der Zeit seines Lebens Schwule und Lesben verdammte und dann mit einem Callboy erwischt wurde. Doppelmoral? Heuchelei? Nicht wenn man ein guter evangelikaler Christ ist. In dem Fall, gibt es nämlich eine Vielzahl von Mechanismen und Erklärungsmodellen, die es einem erlauben, auch weiterhin als reines, unschuldiges Opfer darzustehen, das vom Bösen verführt wurde. Und das Böse sind natürlich die Homos:

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Freitag, 14. November 2008

Sieben Gebote für den neuen schwulen Menschen

In Kalifornien geht es nach der Ablehnung der Homo-Ehe durch eine Front arroganter heterosexeller Narzissten hoch her. So wird z. B. spekuliert, ob die von homosexueller Seite artikulierte Empörung über den Ausgang des Referendums die Geburtsstunde einer neuen Schwulenbewegung sein könnte und es werden allerhand Analysen angestellt, warum man die Heteros bislang nicht davon überzeugen konnte, ihre Privilegien solidarisch mit denen zu teilen, die qua sexueller Orientierung nicht ganz so begünstigt sind.

Im Kommentarbereich des von mir sehr geschätzten liberal-koservativen Independent Gay Forum glaubt ein User die Antwort gefunden zu haben. “Ashpenaz” scheint der Meinung zu sein, die Homos seien - mehr oder weniger - selbst schuld daran, wenn Heteros uns das Recht auf Eheschließung verwehren wollen. In einem Sieben-Punkte-Plan führt er aus, was sich seiner Meinung nach ändern muss, damit “wir” endlich als Menschen wie alle anderen auch anerkannt werden:

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Wie ein Rapper mit seiner AK Schwule töten will, weil er es nicht ertragen kann, wenn diese Kinder aufziehen wollen, welche Hohlbirnen wie er (...)

(...) in einem Anfall von Notgeilheit mit irgendso einer billigen Schlampe gezeugt haben, dann diese verließen und sich weigern Unterhalt zu zahlen, woraufhin die Kinder in Armut leben müssen, was die Asi-Papas natürlich dazu verpflichtet, nebenbei Schwule umzubringen, damit diese nicht Kinder adoptieren können, die ohne Adoption keine Zukunft hätten, was den Asi-Papas aber egal ist, weil es hier um ein Prinzip geht, das es Schwulen nun mal nicht erlaubt, am Leben zu bleiben

Endlich mal ein Rapper mit Mumm in den Knochen. Endlich mal ein Rapper mit Eiern. Endlich mal ein Rapper, der sich nicht entschuldigt, ein vollkommenes A****loch zu sein:

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Mittwoch, 12. November 2008

Steuer (CDU): Moslemische Gewalt gegen Schwule bekämpfen!

Sascha Steuers Plädoyer für eine konsequente Bekämpfung der zunehmenden Gewalt gegen Schwule in Berlin hat nicht nur bei GayWest eine positive Resonanz erfahren. Jetzt legt Steuer im Interview mit dem Tagesspiegel nach. Darin wird gleich zu Beginn deutlich, wie Klaus Wowereit und sein Senat sich für die Situation von Lesben und Schwulen in Berlin interessieren, wenn gerade keine Wahl ansteht: Überhaupt nicht, wie man an der ausgebliebenen Reaktion des Senats auf Steuers Aufforderung zum Handeln sieht. Steuer erinnert an einige seiner Vorschläge, mit denen die Situation von Lesben und Schwulen in Berlin verbessert werden könnte, verweist aber auch auf die Zurückhaltung, die aus einer falsch verstandenen Toleranz gegenüber “religiösen Gefühlen” erfolgt:

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Dienstag, 11. November 2008

Mit Mormonophobie gegen Homophobie?

Die Schwulen und Lesben Kaliforniens sind - gelinde gesagt - stinksauer darüber, dass eine knappe Mehrheit der Einwohner des Golden State nichts besseres zu tun hatte, als ihnen das Eherecht wieder zu entziehen. Unter speziellem Beschuss stehen insbesondere Mormonen, deren Kirche zu den Hauptgeldgebern der unseligen Verfassungsänderung gehörte. Nun wird von schwul-lesbischer Seite zum Boykott von Utah aufgerufen, dem Staat, in dem eine Mehrheit der Bevölkerung Mormonen sind:

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Montag, 10. November 2008

Zeit zum Heulen

Da ich ein lernfähiger Mensch bin, berücksichtige ich die Ratschläge diverser meiner Mitmenschen. Markusoliver - der fest in seiner Heimat verwurzelte, bekennende Hetero mit seinen schwulen Freunden - legt mir nahe, mich auszuheulen, weil er mich augenscheinlich argumentativ besiegt hat, was er daran festmacht, dass ich ihn kritisiert habe. So schreibt er:

Sorry, aber ich kann nichts dafür, dass es so ist wie es ist. Es mag Dir schwerfallen das zu akzeptieren, aber Schwule sind weder bessere Heteros, noch gescheiterte Frauen.

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Sonntag, 9. November 2008

Warum Klaus Lederer eine gesonderte Erfassung schwulenfeindlicher Übergriffe falsch findet und was davon zu halten ist

Nun hat es also auch die Polizei in Berlin gemerkt: Gewalttaten gegen Schwule und Lesben nehmen zu. Auch wenn man offiziell die sexuelle Orientierung der Opfer von Straftaten gar nicht erfasst,

Intern registriert die Polizei bereits seit drei Jahren eine Zunahme von Übergriffen. Im vergangenen Jahr habe es 43 Fälle von Hasskriminalität wegen der sexuellen Ausrichtung der Opfer gegeben, so die Polizei. 2006 waren es 28, im Jahr davor 15. Es sind dies nur wenige eindeutige Fälle, die Dunkelziffer ist hoch.

Um

die Sichtbarkeit der Gewalttaten gegen Homosexuelle zu erhöhen,

findet

Katharina Doumler, Projektleiterin der „Respect-Gaymes“ beim Lesben- und Schwulenverband

es durchaus in Ordnung, wenn die Polizei in Zukunft

Daten über die sexuelle Orientierung von Gewaltopfern

erfasst, mit einer Einschränkung allerdings.

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Samstag, 8. November 2008

Seminar Nummer 9: “Der Trend dürfte klar sein” - Warum Heteros mehr über Schwule wissen, als diese selbst

Als Schwuler hat man es wahrlich nicht leicht. Spricht man sich gegen die Scharia aus und erwähnt, dass Migranten aus dem islamischen Kulturkreis ein kleines bisschen mehr zur Gewalt neigen als vietnamesische Migranten, kann man sicher sein, dass man als Rassist tituliert wird, zumindest aber um die Ohren gehauen bekommt, dass man als Minderheit doch gefälligst tolerant zu sein habe. Kulturkonservative Rechtsreaktionäre halten Schwulen dagegen gewöhnlich vor, schwul zu sein, was natürlich voll schlimm ist, wegen dem sterbenden Volk, den einsamen deutschen Madels und überhaupt. Kewil, Autor des Blogs “Fakten-Fiktionen”, rechtfertigt seinen Schwulenhass noch mit einem anderen Grund: nämlich dem, Schwule seien verantwortlich für die Islamisierung des Westens und damit letztendlich an ihrer Verfolgung selber schuld. Bei Kewil liest sich das dann so:

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Freitag, 7. November 2008

Seminar Nummer 8: Von der Ehe und der narzisstischen Arroganz der Heteros

Es gehört zu den Grundtopoi der Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben, dass diese ihre Sexualität für etwas ganz besonderes halten, beständig damit kokettieren würden und diese gar als der Heterosexualität überlegen ansehen. Zur Bekräftigung dieser These verweist man immer wieder gerne auf diverse CSD-Paraden, auf “Proud-to-be-gay”-Bumpersticker und auf das Homo-Pärchen, dass sich auf der Straße flüchtig küsst. Und sicher: Bei ledigich oberflächlichem Denken könnte man zu dem Schluss kommen, dass z.B. CSD-Paraden nichts anderes ausdrücken, als den Narzissmus einer selbstverliebten Gruppe sexueller Hedonisten, die privates öffentlich zelebriert und die Grenzen von Vernunft, Moral und Anstand über Bord geworfen hat.

Doch dieser Schnellschuss geht nach hinten los. Die Zelebrierung sexueller Orientierung pauschal den Homosexuellen anzulasten, ist nichts anderes als eine heteronormative Konstruktion, die nicht erkennen will, dass

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Donnerstag, 6. November 2008

Wofür PI schwule Opfer braucht

Das rechte Schmierfinken-Portal PI wirkt zur Zeit ein wenig wirr, wenn es um die Homo-Frage geht. Einerseits wird in üblicher Manier vom (w)armen Wowi gekalauert, was das Zeug hält, andererseits outet man sich als User bei GayRomeo und ruft zur Solidarität mit Opfern antischwuler Migrantengewalt auf. Wobei der Focus hier auf Migrantengewalt und nicht auf antischwuler Gewalt liegt, weshalb schon der 7. Kommentator unter der vermeintlichen Homo-Solidaritätserklärung weiß:

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Mittwoch, 5. November 2008

Willkommen in Berlin!

Berlin ist eine Reise wert: In Kreuzberg sollte man seinen Mercedes nicht mehr parken, weil es ziemlich schnell passieren kann, dass er von linken Revolutionären im Dienste der Arbeiterklasse angezündet wird. Busfahrer, die den Fahrschein kontrollieren wollen, werden schon mal handgreiflich darauf aufmerksam gemacht, dass Fahrscheine sozial deklassierend sind. Und Homos sollten es tunlichst unterlassen, in multikulturellen bzw. den SED/NPD-Vierteln am Stadtrand sich als solche erkennen zu geben, weil es dann schon mal vorkommen kann, dass sozial benachteiligte Jugendliche sich ob ihrer Heterosexualität diskriminiert fühlen und zuhauen. - Ja, Berlin ist toll und gäbe es nicht die vielen Touristen im Zentrum, würde die Stadt an ihrer eigenen Provinzialität und ihrem Mief ersticken.

Am Donnerstag vergangener Woche begab sich nun auch Polizeipräsident Dieter Glietsch in die Stadt, gemeinsam mit seiner Entourage an Leibwächtern. Und wie jeder Tourist kam man um eine Fahrt mit der U-Bahn nicht herum:

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SPD-Phantasien: Mut zur Montage

Klaus Wowereit hat es nicht leicht. Während rechte Schmierfinken dämliche Anspielungen auf seine sexuelle Orientierung machen, muss er sich von der Front der Literaturkritiker vorwerfen lassen, er habe sich zu einem Zeitpunkt geoutet, als

für einen solchen Auftritt hierzulande glücklicherweise kein sonderlicher Mut erforderlich

war. Eigentlich aber hat Wowereit sowieso keine Chance bei der Literaturkritik, zumindest in der Person von Rolf Löchel, er ist nämlich ein Mann. Und die sind feige, wie Löchel an einem historischen Gegenbeispiel belegen will.

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Montag, 3. November 2008

Umfrage 1: Besser schwul fernsehen?

Endlich sind wir in der Lage, selbst Umfragen durchzuführen. Und bei unserem ersten Test-Ted - mal schauen ob es funktioniert -, geht es auch gleich voll krass zur Sache. Wie wir alle wissen, gibt es in Deutschland jetzt einen ersten schwulen Fernsehsender: TIMM. Und was halten Sie davon?

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Sondergesetze für Moslems?

Folgt in Bayern nach dem kleinen Schmankerl für die Homos jetzt ein großes für die Moslems? Der Vorschlag des künftigen Integrationsbeauftragten des Freistaats, Georg Barfuß (FDP), in Bayern

Teile der Scharia (zu) erlauben

läßt dieses vermuten.

„Wo sich die Scharia mit dem Grundgesetz als kompatibel herausstellt, soll sie in Bayern erlaubt sein“, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ den Politiker.

Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis die ersten Moslems sich darüber beklagen, eine solche selektive Scharia-Verwendung sei “Gotteslästerung”, den Islam gebe es entweder ganz oder gar nicht. Bis dahin frage ich mich, wofür man einen Integrationsbeautragten braucht, der für einen Teil der Bevölkerung Sondergesetze vorschlägt und damit der Entstehung von Parallelgesellschaften Vorschub leistet

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Samstag, 1. November 2008

Warum Kritik am Islam einem Verrat an der Freiheit gleich kommt

Der am 28. Oktober in Berlin abgehaltene “Runde Tisch gegen Homophobie hat sich als überflüssig entpuppt. Nach ganzen zwei Stunden, gingen die Akteure ergebnislos auseinander. Alexander Zinn, vom LSVD Berlin-Brandenburg, ist darüber sichtlich enttäuscht:

Beim [...] „Runden Tisch gegen Homophobie“ wurde eine große Chance vertan. Zum ersten Mal waren Vertreter von muslimischen und homosexuellen Organisationen und von Migrantenverbänden auf Einladung von Berlins Integrationsbeauftragtem Günter Piening zusammengetroffen. Nach zweistündiger Diskussion ging die Runde jedoch ohne Ergebnis auseinander. Auf die Vorschläge des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) für konkrete Maßnahmen gegen Homophobie konnte man sich nicht einigen. Eine Folgeveranstaltung wurde vom Integrationsbeauftragten abgelehnt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass nie mehr als eine bloße Schauveranstaltung geplant war.

Nicht mal eine vom LSVD vorgeschlagene Resolution konnte verabschiedet werden. In dieser heißt es:

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