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Mittwoch, 10. September 2008

Die Logik der Feinde

Um an die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu erinnern, wird die amerikanische Botschaft in diesem Jahr gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und der Stiftung Neue Synagoge in Berlin eine Gedenkfeier veranstalten. Eine sehr gute und sehr notwendige Sache, sollte man meinen. In einem Editorial des Tagesspiegel gab Malte Lehming unter der flapsigen Überschrift „Sind so viele Opfer“ unlängst jedoch zu bedenken, es fielen, erstens, inzwischen mehr Muslime dem Terror zum Opfer als Christen und Juden, und die geplante Gedenkfeier suggeriere, zweitens, „was Antisemiten und Antiamerikaner gleichermaßen behaupten: Zwischen Amerika und Israel gibt es eine ewige Freundschaft, eine Art unheilige Allianz zum Nachteil der Araber, gesteuert durch mächtige jüdische Lobbygruppen in den USA“. Lehming betonte zwar, dies alles sei falsch und oft widerlegt worden; dennoch machte er das Hauptproblem recht eindeutig bei der Botschaft und der Jüdischen Gemeinde aus: „Die Post-festum-Solidarität amerikanischer und jüdischer Opfer impliziert nun, dass Amerika für die Sünden Israels tatsächlich büßen kann. Sie folgt der Logik der Feinde.“ Schließlich forderte er: „Erst denken, dann gedenken!“ Auf diesen Beitrag des Leiters des Meinungsressorts beim Tagesspiegel reagierte der amerikanische Botschafter in Deutschland, William R. Timken, mit einem Leserbrief. [...]

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