Wir sind umgezogen!

Montag, 10. März 2008

Merkaz Harav

Es war ein Akt vollendeter Barbarei, über die Tat hinaus: Am vergangenen Donnerstag ermordete Ala’a Hashem Abu Adhim – ein zwanzig Jahre alter Berufsfahrer, der im Ostjerusalemer Stadtteil Jabel Mukaber lebte und eine israelische ID-Card besaß – mit einer Kalaschnikow acht Studenten der Yeshiva Merkaz Harav, einer jüdischen Religionsschule in der israelischen Hauptstadt. Zehn weitere verletzte er, vier davon schwer. Mehrere palästinensische Terrororganisationen, darunter die Hamas und der Islamische Djihad, begrüßten das Massaker ausdrücklich; im Gazastreifen feuerten Bewohner Freudenschüsse ab und verteilten Süßigkeiten. Die Familie des Mörders errichtete ein so genanntes Trauerzelt für Abu Adhim und drapierte es mit Fahnen der Hamas und der Hizbollah, die auf Geheiß der israelischen Behörden inzwischen entfernt wurden.

Dass bei dem Mordanschlag nicht noch mehr Menschen getötet wurden, ist vor allem dem entschlossenen Handeln von David Shapira zu verdanken: Der 29-jährige Einsatzoffizier eines Fallschirmjäger-Bataillons hörte die Schüsse in der unweit seiner Wohnung gelegenen Yeshiva, nahm seine Waffe und lief zu der Schule. Polizeibeamte wollten ihn dort vom Betreten des Gebäudes abhalten, doch Shapira schob sie zur Seite und machte den Attentäter mit mehreren Schüssen unschädlich. Das anschließende Lob für sein couragiertes Einschreiten – das ihm unter anderem durch den Generalstabschef der israelischen Armee, Gabi Ashkenazi, und durch den Jerusalemer Bürgermeister Uri Lupolianski zuteil wurde – wehrte Shapira ab: „Ich bin kein Held. Ich habe gehandelt, wie es von mir als Soldat der IDF verlangt wird.“

Für die israelische Tageszeitung Haaretz sprachen Nadav Shragai, Yair Ettinger und Anshel Pfeffer mit Angehörigen und Freunden der acht Ermordeten über die Opfer, die zwischen 15 und 26 Jahre alt waren. Im Folgenden sollen ins Deutsche übersetzte Auszüge der auf diese Weise entstandenen Kurzporträts dokumentiert werden. [...]

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