Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 20. Februar 2008

Dejudaisierung und Verschwulung

Die französische Literaturkritik ist sich einig: Ein Wunder! Sein Name: Jonathan Littell. Mit “Die Wohlgesinnten” habe er, so Iris Radisch in der ZEIT über die Rezeption des Romans in Frankreich,

die Untiefen der NS-Täterschaft ausgeleuchtet, er sei in den Sumpf gestiegen wie Dante in die Hölle und habe von dort kostbare Erkenntnisse ans Licht befördert. Er habe aus den Unmenschen Menschen gemacht, den Mördern ein Gesicht und eine Familiengeschichte gegeben, der europäischen Literatur die große Erzählung des 20. Jahrhunderts geliefert und so weiter.

Die ZEIT dagegen spricht von widerwärtigem Kitsch, der die Diskussion um die NS-Täter weit zurück wirft. Und wir haben auch etwas auszusetzen.

In seinem Roman schildert Littell aus Sicht eines SS-Offiziers den Massenmord an den Juden. Stilmittel hierfür sind Seiten voll splitternder Hirnschalen, ejakulierender Gehenkter, purpurroter Erwürgter und aufgeschlitzter Soldaten. Das Entscheidende jedoch, die strategische Provokation, wie die ZEIT es nennt, ist die Beschreibung des NS-Täters von innen, die eine publizistische Lücke [füllt], die merkwürdigerweise noch niemandem aufgefallen war. Dieser Ansatz wird von Iris Raddisch in der ZEIT nicht problematisiert. Was ihr jedoch mißfällt, ist das, was Littell damit erreicht. Und da fällt ihr Urteil eindeutig aus:

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