Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 23. Januar 2008

Wo die Erde eine Scheibe ist

Über den linken Antisemitismus in Deutschland ist inzwischen einiges zu Papier gebracht worden, und wer dessen Existenz in Gegenwart und Vergangenheit noch immer in Abrede stellt, darf als besonders borniertes Exemplar gelten. Denn an geradezu erdrückenden Beispielen mangelt es nicht – sei es nun die Bombe, die von den Schwarzen Ratten/Tupamaros Westberlin am 9. November 1969 im jüdischen Gemeindehaus deponiert wurde (und glücklicherweise nicht zündete), sei es der Protest des SDS und anderer antizionistischer Gruppen gegen den Besuch des israelischen Außenministers Abba Eban im Februar 1970, sei es die Entführung einer Air France-Maschine nach Entebbe, bei der zwei Mitglieder der Revolutionären Zellen mit deutscher Gründlichkeit jüdische Passagiere von den nichtjüdischen selektierten, bevor eine israelische Spezialeinheit der Geiselnahme am 4. Juli 1976 ihr Ende bereitete. Linke Gruppierungen und Organisationen haben oft genug gezeigt (und tun es weiterhin), dass der Judenhass nicht nur bei den Rechten ein festes Zuhause hat. Die Tarnung als „Antizionismus“ oder „Israelkritik“ war und ist dabei nie mehr als Camouflage.

In Österreich sieht es nicht anders aus; auch dort zogen und ziehen Linke regelmäßig mit Vehemenz gegen Israel zu Felde, stets in der unerschütterlichen Überzeugung und mit dem chronisch guten Gewissen, als fortschrittliche Menschen gar nicht antisemitisch sein zu können. Wie unsinnig das war und ist, mag exemplarisch ein Vorfall illustrieren, der sich am 8. Mai 1978 in Wien zutrug und über den die Tageszeitung Kurier seinerzeit wie folgt berichtete: [...]

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