Wir sind umgezogen!

Montag, 7. Januar 2008

Verdiente Bettgesellen

Es ist schon bemerkenswert, mit welch simpler Strategie die selbst ernannten „Israelkritiker“ in aller Regel der Feststellung, dass ihre Positionen zum jüdischen Staat antisemitische Züge tragen, zu begegnen versuchen. Den meisten genügt zur Immunisierung ihrer „Kritik“ gewöhnlich die Berufung auf Kronzeugen, die den gleichen Unfug erzählen wie sie selbst, aber schon qua ihres Jüdischseins angeblich gar keine Antisemiten sein können – so, als wäre Judenhass ein genetischer Defekt und nicht eine Weltanschauung. Mit der Inanspruchnahme dieser Bürgen glauben die Antizionisten, sauber aus dem Schneider zu sein und ihren Antisemitismus ehrbar gemacht zu haben. Nicht einmal die Tatsache, dass sowohl Islamisten als auch Neonazis das Gleiche vertreten wie sie und ihnen daher vernehmlich Beifall zollen, kann ihre Gewissheiten erschüttern, während sie umgekehrt jeden zum Rassisten stempeln, der ihnen und ihrer Masche auf die Schliche kommt, und darüber hinaus im Brustton der Überzeugung verkünden, es seien doch gerade Israel und diejenigen, die es verteidigen, die den Antisemitismus erst schürten. Dass Judenhass mit dem Verhalten von Juden noch nie etwas zu tun hatte, sondern ein auf Projektion beruhender Wahn ist, wollen und können die „Israelkritiker“ nicht erkennen.

Von den besagten Kronzeugen wiederum erfreuen sich diejenigen besonderer Beliebtheit, die es zu einiger Prominenz gebracht haben und dabei am besten auch akademische Titel und Ehrungen vorweisen können. Einer von ihnen ist der britische Historiker Tony Judt, der in Österreich den Bruno-Kreisky-Preis und in Deutschland den nach Erich Maria Remarque benannten Friedenspreis der Stadt Osnabrück sowie kürzlich auch den Bremer Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken zugesprochen bekam. Judt erzählt, was man sowohl hierzulande als auch in der Alpenrepublik gerne hört, und etwaiger Kritik begegnet er mit der Eloquenz eines Universitätsprofessors, der es in seinem Leben schon zu einigen Meriten gebracht hat. Dabei ficht ihn noch nicht einmal an, dass sich sogar Judenfeinde wie der frühere Ku-Klux-Klan-Führer David Duke auf ihn berufen: „Wir können die Wahrheiten, die wir bereit sind auszusprechen, wenn wir denken, dass sie wahr sind, nicht an den Idiotien von Menschen ausrichten, die eben aus ihren eigenen Gründen zufällig mit uns übereinstimmen“, findet Judt ganz lapidar. Was von diesen „Wahrheiten“ zu halten ist, inwieweit Tony Judt einer Doppelmoral folgt und weshalb er für das Anwachsen des Antisemitismus mitverantwortlich ist, weiß Karl Pfeifer im folgenden Gastbeitrag. [...]

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