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Montag, 10. Dezember 2007

Aachener Fehlprinten

Seit 1988 gibt es den Aachener Friedenspreis inklusive eines gleichnamigen, ordnungsgemäß eingetragenen Vereins, dessen Gründer es sich zum Ziel gesetzt haben, fortan „Menschen zu ehren“, die Frieden gestiftet haben durch Gerechtigkeitssinn, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft (auch Feinden gegenüber); durch Gewaltlosigkeit, Zivilcourage, Tatkraft, Sachlichkeit und Herz“. Die Messlatte für eine solche Würdigung in der Kaiser- und Printenstadt – die alljährlich am 1. September, dem Antikriegstag nämlich, vorgenommen wird – liegt also recht hoch. Doch sie wird regelmäßig vor allem von jenen edlen, hilfreichen und guten Menschen mühelos übersprungen, die all ihre Menschlichkeit, Zivilcourage und Tatkraft darauf verwenden, Israel als Reinkarnation des Nationalsozialismus anzuprangern und die erbitterten Feinde des jüdischen Staates, die ihm nichts als Tod und Vernichtung wünschen, als Friedensengel zu rühmen. So kamen beispielsweise 1991 die Frauen in Schwarz, 1997 Gush Shalom, 1998 die Unterstützer der Kölner Klagemauer sowie 2002 der Siegener Gesamtschullehrer Bernhard Nolz in den Genuss der Aachener Auszeichnung – und 2003 der „Widerständler mit der Mundharmonika“, Reuven Moskovitz alias „Dr. Reuven Moskovitz“.

Dessen Laudatio übernahm seinerzeit Andreas Zumach, Korrespondent der taz bei den Vereinten Nationen in Genf. Und der behauptete im Brustton der Überzeugung: „1974 verbrachte er [Moskovitz] ein Forschungsjahr in Berlin, um seine Promotion zum Thema ‚Deutsche und Juden zwischen der Macht des Geistes und der Ohnmacht der Gewalt’ zu schreiben – ein Thema, das knapp 30 Jahre später mindestens so aktuell ist wie damals.“ Ob Zumach Moskovitz’ Arbeit je gelesen hat, ist nicht überliefert. Besonders wahrscheinlich ist es allerdings nicht, denn seit etwas mehr als einer Woche weiß man: Es gibt sie gar nicht, weshalb Reuven Moskovitz auch keinen Doktortitel haben kann. Das veranlasste Henryk M. Broder, einmal den damaligen Laudator anzuschreiben: [...]

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