Wir sind umgezogen!

Freitag, 16. November 2007

One hit Integrationswunder

Es ist nicht überliefert, ob Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in seiner Freizeit gelegentlich Rap hört und sich vielleicht sogar in der entsprechenden Szene auskennt. Besonders wahrscheinlich ist es nicht, und das nicht nur deshalb, weil er – wie auch sein französischer Amtskollege Bernard Kouchner – eine ziemlich unbeholfene Figur machte, als er sich bei der Aufnahme des „Deutschland“-Songs in den Background-Chor des deutsch-türkischen Sängers Muhabbet einreihte. Vielmehr scheint der Sozialdemokrat so gar nicht gewusst zu haben, auf welches vorgebliche Integrationswunder er sich da eingelassen hat, das den niederländischen Filmemacher Theo van Gogh vor dessen Ermordung am liebsten noch in den Keller gesperrt und gefoltert hätte und das auch der Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali den Tod wünscht. Inzwischen könnte Steinmeier es wissen und auf Abstand gehen, doch er zieht es stattdessen vor, die Kritiker des Rappers zu attackieren: „Ich hätte mir gewünscht, dass man sich vielleicht konkret mit dem beschäftigt hätte, was Herr Muhabbet in den letzten zwei Jahren gemacht hat“, sagte der Minister. Und er empfiehlt, „unaufgeregt“ mit der Angelegenheit umzugehen.

Aber seien wir nicht gar zu ungerecht und widmen uns, wie gewünscht, tatsächlich einmal in aller Sachlichkeit den Verdiensten des 23jährigen Musikers, der mit bürgerlichem Namen Murat Ersen heißt. Vor allem seine Liedtexte müssten ja geradezu vorbildlich sein, denn ansonsten wäre der Chef des deutschen Außenamtes wohl kaum auf die Idee gekommen, gerade ihn mit der Produktion eines „Integrationssongs“ zu beauftragen, der zeigen solle, „dass wir vom Reichtum der Kulturen profitieren“ und dass es „bei allen Fehlern und Versäumnissen“ auch „gelungene Kooperationen“ gebe. [...]

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