Wir sind umgezogen!

Dienstag, 23. Oktober 2007

PKK und der Irak

Heute auf einem Turkish Airlines Flug habe ich mit Erstaunen in der aktuelle Zaman verschiedene extrem gute, moderate und analytisch ausgewogene Artikel über die jüngste Eskalation der Türkei mit der PKK und einem möglichen Einmarsch türkischer Militärs im Nordirak gelesen. Dr. Davut Sahiner etwa erwägt die Für- und Widers eines solchen Einmarsches und rät, wie andere Kolumnisten auch, von einem derartigen Schritt ab. Zu Recht stellt er fest, dass dies im Interesse der PKK läge. Zugleich könne sich die Türkei, in diesem Fall international isoliert, keine lange Besatzung erlauben.
In einem anderen Artikel der Ausgabe stellt Zaman fest, dass die PKK an Anhängerschaft verliere und deshalb auf spektakuläre Aktionen zurückgreife und den Konflikt eskaliere.
Fest jedenfalls steht, bei aller Kritik an der türkischen Politik gegenüber den Kurden, dass ein Einmarsch der Türkei im Nordirak völkerrechtlich so legitim wäre, wie die Aktionen Israels im vergangenen Jahr gegenüber der Hizbollah. Die PKK agiert über eine internationale Grenze hinweg und die irakischen Kurden weigern sich bislang dieses Vorgehen effektiv zu unterbinden. Dies wäre ihre Pflicht. Die PKK gefährdet nicht nur die Lage in Irakisch-Kurdistan, sondern nutzt die dort herrschenden Freiheiten für ihr destruktives militärisches Vorgehen aus. Noch, so scheint es zumindest, besteht ein “Window of Opportunity”, dass dieser Konflikt ohne größere Eskalation gelöst werden kann. Bislang jedenfalls agiert die Türkei erstaunlich zurückhaltend; auf Dauer wird sie dies kaum fortsetzen.
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