Wir sind umgezogen!

Dienstag, 16. Oktober 2007

Einspruch gegen die Kapazitäten

Einmal angenommen, man läse in einem Buch mit dem reißerischen Titel Das Ende des Judentums, wie der Autor die Shoa als „Laune der Geschichte“ bezeichnet, die „früheste Ursache für den Antisemitismus im Judentum selbst“ sieht, Israels Politik unablässig mit der der Nationalsozialisten gleichsetzt und schließlich behauptet: „Besonders im vergangenen Jahr scheint sich eine andere Vorhersage im gefährlichen Ausmaß zu bewahrheiten. Ich meine den Mythos – und bis kurzem war es ein solcher –, die Juden hätten es auf die Weltherrschaft abgesehen.“ Weiterhin angenommen, man besuchte eine Veranstaltung, bei der dieser Autor seine Ansichten im Beisein seines ihm gewogenen Verlegers bekräftigt und darüber hinaus erklärt, in Jenin habe die „israelische Wehrmacht“ ein Massaker angerichtet, und an den Checkpoints zu den Palästinensergebieten sei „eine jüdische SS“ unterwegs, während Hitler den durch Versailles „beschämten Deutschen ihren Stolz zurückgegeben“ habe, woran nichts Falsches sei, weil er „Arbeit geschaffen und die Armut abgeschafft“ habe. Angenommen also, man hätte all dies zur Kenntnis genommen oder nehmen müssen: Das Urteil könnte, sofern man wenigstens noch ein paar Latten am Zaun hat, nur lauten, dass man es hier mit zwei veritablen Antisemiten zu tun hat, denen mit allem Nachdruck Einhalt geboten gehört. Doch was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, muss für einen Richter an einem deutschen Landgericht noch lange kein Anlass zum Einschreiten sein. Eher schon verbietet er einem Publizisten mit der Begründung den Mund, dessen „diffamierende Kritik“ an Verfasser und Verleger, mit der er diese in die Nähe nationalsozialistischen und antisemitischen Gedankenguts gerückt habe, sei unzulässig. [...]

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