Wir sind umgezogen!

Freitag, 26. Oktober 2007

Die Leiden des Zeugen G.

Alfred Grosser hat es zuletzt wieder getan, Norman Finkelstein tut es ohnehin, Tony Judt auch, Uri Avnery immerzu, Shraga Elam sowieso, Moishe Arye Friedman erst recht und natürlich Hajo Meyer, Abraham Melzer, Evelyn Hecht-Galinski sowie Rolf Verleger: Sie alle lassen selten eine Gelegenheit aus, über Israel herzufallen und dabei auch noch jene zu munitionieren, die sehr wohl wissen, dass ihre „Israelkritik“ nichts weiter als ordinärer Antisemitismus auf der Höhe seiner Zeit ist, und die deshalb dankbar sind, wenn jüdische Kronzeugen Schützenhilfe leisten. Denn derlei Experten könnten schon qua Geburt gar keine Antisemiten sein, heißt es stets treuherzig, so, als handle es sich beim Antisemitismus um eine biologische Bedingtheit und nicht um eine Weltanschauung, der nun mal auch einige ihrer prospektiven Opfer frönen. „Ohne seine Alibi-Juden wäre der bekennende Antizionist einfach nur eine arme Sau, die eine koschere Delikatesse werden möchte“, fasste Henryk M. Broder kürzlich zusammen, welches Bedürfnis die eingangs Erwähnten befriedigen, und Hannes Stein zeigte auf, dass es „Juden als Kronzeugen gegen das Judentum“ schon weitaus länger gibt als den Staat Israel.

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich in diesem Zusammenhang allenthalben jene Gewährsleute, die die Shoa überlebt haben oder Kinder von solchen Überlebenden sind. Nicht zuletzt die daraus angeblich resultierende unschlagbare Authentizität der „Israelkritik“ dürfte deshalb der Grund gewesen sein, weshalb das Vierteljahresmagazin Lettre International – das sich selbst Europas Kulturzeitung nennt und in sechs Sprachen erscheint – zum Zwecke der Absicherung seines Antizionismus in seiner aktuellen Ausgabe einen Beitrag Göran Rosenbergs ins Blatt gehoben hat: [...]

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