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Mittwoch, 5. September 2007

Die Linkspartei und die Terroristen

Scheinbar hat die Polizei heute drei islamische Fanatiker daran gehindert, Gott bzw. Allah zu spielen und eine unbestimmte Zahl von Menschen zu ermorden. Die in einem Terrorcamp geschulten Verhafteten verfügten über mehrere Fässer Wasserstoffperoxid und spezielle Zündvorrichtungen, Indizien, die jeden Esel auf die Konstruktion einer Bombe schließen lassen würden. Aber die Linkspartei tut das nicht.

Dabei ist nicht klar, ob das nun daran liegt, dass sich die Verdächtigen zum Islam bekennen, der von Massimo Lider Lafontaine zu einer dem Sozialismus verwandten Ideologie erklärt wurde. Vielleicht liegt es auch am Feindbild der verhinderten Mörder, welches dem der heiß und innig geliebten Organisationen RAF und Hisbollah so unglaublich ähnelt. Und genauso, wie sich die Linke immer mit einer schlüssigen und sozial gerechten Erklärung für die Rechte der RAF und der libanesischen Gotteskrieger stark machte, tut sie das nun für die mutmaßlichen islamischen Terroristen aus Deutschland.

Die Innenexpertin Jelpke fordert eine Sondersitzung des Innenausschusses. Kein dummer Gedanke, nachdem man im Sauerland in Pakistan ausgebildete Killer mit der theoretisch hundertfachen Sprengkraft der Anschläge von Madrid und London geschnappt hat. Aber im Ausschuss soll es um ganz andere, viel gefährlichere Dinge gehen:
"Mit Terrorhysterie soll offenbar die Öffentlichkeit eingeschüchtert und das Parlament unter Druck gesetzt werden, damit Schäuble seine rechtsstaatswidrigen Ideen von heimlichen Online-Durchsuchungen, Vorbeugehaft für Verdächtige bis hin zu gezielten Tötungen voranbringen kann."
Mit anderen Worten: Die "Terrorhysterie" wird eingesetzt, stellt also nur ein Instrument in den Fingern des satanischen Schäubles dar. Aus der Bedrohung wird funktionalisierte "Hysterie", die wahre Gefahr geht nicht von professionellen Djihadisten, sondern vom sowieso faschistischen Staat aus. Kiloweise Sprengstoff sind also nur halb so schlimm.

So übertrieben viele der gewünschten Maßnahmen des Innenministers auch sein mögen, diese Protoverschwörungsfantasie ist schon ein starkes Stück, zumindest wenn sie nicht von Frau Jelpke käme. Denn wenn jemand überhaupt keine Ahnung vom Terrorismus hat, dann Jelpke. Letztes Jahr marschierte sie im wahrsten Sinne stolz wie Oskar mit Parteiflagge und den Fraktionskolleginnen Dağdelen und Hirsch vor einem Porträt des Hisbollah-Chefs Nasrallah durch die Straßen von Berlin. Ein Versehen war das nicht, vor der Demo machte Integrationssprecherin Dağdelen klar, dass sie "sich nicht vor der Antisemitismuskeule ducken" wolle und überhaupt nichts gegen Nasrallah-Porträts oder Hisbollah-Flaggen habe. Hätten die drei Engel für Nasrallah gegen den Gruß dieser Organisation, der genauso aussieht wie ein "Deutscher Gruß" mit grünem Stirnband, auch nichts gehabt?

Und solange eine Gruppierung namens Linkspartei mit der menschgewordenen Reaktion Hassan Nasrallah und dessen rechtsradikaler Hisbollah sympathisiert, solange hätten sich Fritz G., Daniel S. und Adem Y. mit Koran, Kalaschnikow und Sprengstoffgürtel vor dem Rosa-Luxemburg-Haus das Totengewand anlegen können: die Linkspartei hätte darin auch nur einen Schachzug Schäubles gesehen.

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