Wir sind umgezogen!

Freitag, 28. September 2007

Ahmadinedjad in New York: Beschäftigung mit einem "Starbesuch"

Die Meinungsfreiheit konterkariert sich selbst, lässt sie zu, dass aus ihr eine Toleranz erwächst, die auch dem mit mörderischen Ressentiments um sich werfenden Rabauken lautstarkes Gehör verschafft, indem sie sich nicht getraut, diesem ihre eigenen Grenzen aufzuzeigen. Das heißt nicht, dass die Meinungsfreiheit nach subjektivem Gutdünken begrenzt wird. Im Gegenteil. Doch wer etwas auf die Meinungsfreiheit und die ihr innewohnende Toleranz hält, muss intolerant sein gegenüber allem, was einfach nicht mehr als Meinung durchgehen darf. Mörderische Vorurteile fallen unzweifelhaft in diese Kategorie: Diese sind keine Meinung, sondern eine totale Eingenommenheit, die sich gegen unschuldige Menschen richtet. Sich über den dreisten Dummschwatz zu echauffieren, den Irans Präsident Mahmud Ahmadinedjad in den letzten Tagen in den USA verbreiten durfte, mag mäßig reizvoll sein, ein Einspruch ist jedoch bitter nötig. Auch wenn man es einem überzeugten Antisemiten, der den Holocaust für einen europäischen Mythos hält, nicht übel nehmen kann, tritt dieser mit einer einschlägigen „Argumentation“ auf den Plan, wenn man ihm als Teilnehmer an der UN-Generaldebatte eine willkommene Gelegenheit zu ausschweifender Propaganda in eigener Sache bietet und ihn als Draufgabe auch noch zu einem akademischen Vortrag auf einer Universität lädt: Den Gastgebern und Veranstaltern, die sich grenzenloser Toleranz für den hochrangigsten Repräsentanten eines repressiven Regimes bedienten, um dessen Einladung zu rechtfertigen, ist umso mehr anzukreiden, dass Ahmadinedjad diese verheißungsvolle Möglichkeit eröffnet wurde.
WEITERLESEN

Kontakt

  • admin.wmd [at] googlemail.com