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Montag, 6. August 2007

Raul Hilberg gestorben

Soeben teilt der S. Fischer-Verlag mit, daß der Holocaust-Forscher Raul Hilberg am Samstag im Alter von 81 Jahren gestorben ist.

Hilberg wurde am 2. Juni 1929 in Wien geboren. 1939 flüchtete er mit seinen Eltern in die USA. Dort studierte er bei Franz Neumann, dem Verfasser des Behemoth.

1944 kam Hilberg als GI wieder nach Deutschland. Nach dem Krieg entdeckte er in München die Privatbibliothek Adolf Hitlers. Jahrelang erforschte er die Unterlagen der NS-Verwaltung, die in einer Torpedofabrik in Alexandria (Virginia) bei Washington D.C. gelagert waren.

Seine Forschungsergebnisse mündeten in dem dreibändigen Standardwerk Die Vernichtung der europäischen Juden. 1961 auf englisch erschienen, kam es erst 1982 zu einer deutschen Übersetzung in einem Kleinverlag.

1992 erschien Täter, Opfer, Zuschauer, 1994 seine Autobiographie Unerbetene Erinnerung, 2002 die Studie Die Quellen des Holocaust.

Raul Hilberg lebte in Burlington/Vermont, wo er seit 1956 Politikwissenschaft lehrte.

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Interviews mit Raul Hilberg:

Frankfurter Rundschau (2001)

taz (2002)

Der Standard (2006)

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