Wir sind umgezogen!

Dienstag, 7. August 2007

Jungle World: 10 Jahre sind genug

„10 Jahre sind genug“ – mit diesem Slogan bewirbt die linke Wochenzeitung Jungle World sich selbst anläßlich ihres Bestehens seit einem Dezennium. 1997 von der Tageszeitung „junge Welt“ abgespalten, die seither immer stalinistischer und antisemitischer geworden ist, versuchte die Jungle-World-Redaktion, ohne Geld und fast ohne Werbung, ein linkes Debattenorgan zu etablieren, in dem linke Denkfehler, Lebenslügen und schlichte Ressentiments der Kritik ausgesetzt wurden: Antizionismus, Antiamerikanismus und das ganze romantisch-zivilisationskritische Gedöns. Eine Zeitlang gelang das der Jungle World ganz gut. Immer wieder gab es zwar auch in dieser Zeitung Beiträge, die einem die Zornesröte ins Gesicht trieben, doch bei welcher Zeitung wäre das nicht der Fall? Gut, daß die Blattmacher soviel Pluralismus gelernt hatten.

Doch in letzter Zeit neigte ich – als Abonnent der ersten Stunde – immer mehr dazu, den erwähnten Slogan wörtlich zu nehmen. Jetzt ist es soweit. Nach zehn Jahren kündige ich mein Abo. Denn die Jungle World hat den Bogen überspannt und gezeigt, daß sie nichts mit dem demokratischen Geist etwa des Euston Manifesto zu tun hat, auf das sich einige ihrer Redakteure so gern berufen.

Den Pluralismus wollte man so ernst dann offenbar doch nicht verstanden wissen.

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