Wir sind umgezogen!

Donnerstag, 23. August 2007

Hemmungslose Herrenrasse

Das Strickmuster ist im Grunde immer das gleiche: In einem ostdeutschen Kaff werden Menschen, die nicht so aussehen, als könnten sie jederzeit der NPD beitreten, gejagt und halb oder ganz tot geschlagen. Der Bürgermeister beharrt gleichwohl darauf, in seinem Örtchen gebe es gar keine Rechtsradikalen, und fürchtet oder beklagt einen Imageschaden. In Politik und Medien heißt es, der Standort respektive das Ansehen Deutschlands im Ausland sei in Gefahr – was bekanntlich weit schwerer wiegt als Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit der Opfer –, weshalb man künftig runde Tische organisieren, Zivilcourage lehren, die NPD verbieten, Aktionsprogramme ins Leben rufen und der Jugend andere Perspektiven, als alles Undeutsche kurz und klein zu hauen, offerieren müsse. Gleichzeitig vergisst kaum jemand zu betonen, im Osten gebe es nach zwei Diktaturen nun mal ein Demokratiedefizit – was wohl heißen soll, dass die jeweiligen Schläger oder Messerstecher nicht so recht Herr ihrer Sinne, sondern letztlich auch nur Opfer der Verhältnisse seien, Modernisierungsverlierer sozusagen. In der betroffenen Ortschaft zeigt man sich dessen ungeachtet störrisch, lässt die Jalousien herunter, weist alle Vorwürfe von sich und schilt die Medien, die das alles bloß hochspielten. Im Fall der Attacke eines fünfzigköpfigen deutschen Pogrompöbels auf acht Inder in Mügeln war das kein bisschen anders. [...]

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