Wir sind umgezogen!

Donnerstag, 16. August 2007

Duschköpfe und der Markt

Globalisierung rockt. Beispiel gefällig? Angestellte chinesischer Firmen, die in Afrika zur Zeit sehr gerne Geschäfte machen, haben das Wochenende frei. Das ist lobenswert und gut. Interessanter ist schon, daß sie ihre Freizeit am Wochenende nicht verfaulenzen, sondern sich an die Straße stellen und von Einheimischen sehr gerne für Handwerksdienste herangezogen werden. Suchst du einen Klempner in Casablanca? Nimm einen Chinesen, denn der arbeitet garantiert besser als ein marokkanischer Klempner, der dir 5000 für das Anmontieren eines Duschkopfhalters zum Preis von 900 abnimmt. Nachdem du die 5000 bezahlt hast, verfügst du über einen Duschkopf auf Schulterhöhe, der die Wand duscht statt dich. Garantieleistung: Keine. Wenn du fragst, wie man die Konstruktion bedient, bekommst du zur Antwort, das sei beste Qualität. Erwiderst du, du bräuchtest außer Qualität eine Konstruktion, die es dir erlaubt, dich zu duschen, hörst du, das sei möglich, koste aber erneut 5000. Du betrachtest die drei bis vier überflüssigen Bohrlöcher in deinen Fliesen, die auf Fehlbohrungen zurückzuführen sind, die ihrerseits darauf zurückzuführen sind, daß der Handwerker nicht zuerst den notwendigen Abstand ausgemessen und an der Wand mit Kreuzchen vermerkt, sondern das gute alte Augenmaß bemüht hat. Und das, obwohl du, weil du wußtest, daß es so kommen wird, die Kreuzchen bereits selber angemalt und dem Handwerker gesagt hast, da solle gebohrt werden. Zwischen den Fliesen. Trotzdem sind vier Fehlbohrungen durch die Fliesen zu verzeichnen. Das ist eine ungünstige Kombination aus Faulheit, Nachlässigkeit und Geldgier, die du nicht attraktiv findest. Du hast genug und gehst das nächste mal selbst zum Baumarkt das Ersatzteil für 900 statt 5000 kaufen, um notwendige Reparaturen selbst auszuführen. Und du hörst Vorwürfe (vom Baumarktverkäufer), du würdest den Einheimischen wohl die Arbeit nicht gönnen: Geizhals.

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