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Donnerstag, 12. Juli 2007

Zuwanderungsgesetz vs Verbände

Die Herren Vorsitzenden der Verbände der Deutschtürken haben sich vom sogenannten Integrationsgipfel verabschiedet, weil sie der Meinung sind, dass das neue Zuwanderungsgesetz für sie nicht hinnehmbar ist. Sie reiben sich an zwei Stellen: Das Verbot von minderjährigen Importbräuten und die Pflicht etwa 300 Worte der deutschen Sprache zu beherrschen. In den Augen der Verbände ist es ungerecht, dass zum Beispiel Koreaner nicht unter diese beiden Klauseln fallen sollen.

Über das Thema hat Regina Mönch in der FAZ einen Artikel geschrieben, dem kaum etwas hinzuzufügen ist:
"Die türkischen Funktionäre verteidigen den Import jugendlicher und möglichst sprachloser Bräute aus der Türkei, als handele es sich um ein Menschenrecht türkischer Männer. Wen sonst sollten sie meinen, wenn sie das Heirats- und Nachzugsalter von achtzehn Jahren als türkenfeindliche Reform geißeln? Warum bezeichnen sie jene dreihundert deutschen Worte, die die Bräute können sollen, bevor Einwanderung zwecks Familiengründung möglich sein soll, als Zumutung? Weil der Ehemann und die Schwiegereltern dann Eigensinn befürchten müssen statt Ausgeliefertsein und stumme Duldung? Wenn es nicht so bitterernst wäre, könnte man meinen, hier würde eine Groteske inszeniert."

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Kenan Kolat, der Vorsitzende der "Türkischen Gemeinde in Deutschland" repräsentiert die Dickfälligkeit der Apparatschicks geradezu beispielhaft. Kolat stellt sie derart stur zur Schau, dass er sich eigentlich längst als ernst zu nehmenden Ansprechpartner disqualifiziert hat. Er scheint überhaupt nicht mitbekommen zu haben, dass die durch das Gesetz angegangenen Probleme vor allem in türkischen Immigrantenfamilien auftreten und dass sie miteinander verknüpft sind. Sei es das Kopftuch, die Redefreiheit oder auch die deutsche Sprache an deutschen Schulen - Kolat hat mehrfach bewiesen, dass es ihm weniger um die überfällige Integration der Türken in Deutschland als um die Zementierung der Parallelgesellschaften geht.

Aber wieder einmal kann man sich darüber freuen, dass die meisten Deutschtürken bereits drei Generationen weiter sind, als die, die vorgeben, sie zu vertreten.

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