Wir sind umgezogen!

Montag, 2. Juli 2007

Vier Tage

Ich war mir ja sicher, daß auch der SPIEGEL irgendwann anfangen würde, dem ohne Not vorschnell davongejagten britischen Premierminister nachzutrauern, aber daß es so schnell gehen würde, überrascht angesichts der monatelangen Bemühungen, Blair niederzuschreiben und gleichzeitig Gordon Brown zum Retter Albions hochzustilisieren, dann doch:

Gestern - das Selbstmord-Attentat auf den Glasgower Flughafen war gerade fehlgeschlagen - musste die Innenministerin Alarmstufe eins auslösen. Seither gilt ein weiterer Anschlag auf der Insel als "unmittelbar bevorstehend". Zuletzt war dies im vergangenen August der Fall, als die Behörden offenbar geplante Anschläge auf transatlantische Jets vereitelten.

Damals war Tony Blair Premierminister, wie am 11. September 2001, wie am 7. Juli 2005, als vier Selbstmord-Attentäter in der Londoner U-Bahn und einem Bus 52 Menschen in den Tod rissen und Hunderte verletzten. Stets fand Blair die richtigen Worte, vermittelte Zuversicht, Entschlusskraft, strategische Kontrolle und kommunizierte damit demokratische Politik.

Sein Nachfolger Brown hat eine tiefere Stimme, wirkt von Natur aus scheu, dunkel, pessimistisch. Dafür kann er nichts. Sein Auftritt am gestrigen Abend, übertragen aus dem Regierungssitz an der Downing Street, aber war ein PR-Lehrstück zum Thema "Wie man es nicht macht".

[...] Anstatt als Krisenmanager die aufgeschreckten Bürger zu beruhigen, jagte der Premier ihnen Angst ein. "Ich weiß, das britische Volk wird zusammenstehen, einig, entschlossen und stark." Brown selbst wirkte hölzern, unentschlossen, ängstlich.

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