Wir sind umgezogen!

Montag, 23. Juli 2007

Ökonomie ist keine Physik

Schön, daß es noch Wirtschaftsfachleute in den höchsten Etagen der SPD gibt. Ludwig Stiegler, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, beglückt uns heute mit Einsichten in das Wesen der Ökonomie. Es dreht sich um die Frage, ob durch Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 1% tatsächlich etwa 100,000 Arbeitsplätze entstünden. Der Vorsitzende der BA, Weise, äußerte diese Vermutung. Nach einem Bericht des Spiegel sagte Stiegler dazu:

dafür gebe es “keine ökonomische Evidenz”. Zwar hätten Experten nachgewiesen, dass eine Steigerung der Arbeitslosenbeiträge Jobs vernichte. “Doch es ist abwegig, dieses Prinzip einfach umzudrehen - Ökonomie ist keine Physik.”

Das sollte mich aber sehr verwundern, wenn der Umkehrschluß in diesem Fall nicht gelten würde. Allenfalls könnte man vermutlich argumentieren, daß die Schaffung von Stellen im Gegensatz zum Arbeitsplatzabbau in Deutschland (durch zu ungünstige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen) kinetisch stärker gehemmt sei, sodaß die Einstellung der neuen Gleichgewichtslage in diesem Fall länger dauerte. Dann hätte Stiegler nur bewiesen, daß Ökonomie nicht Physik ist, sondern Chemie. Bravourös.

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