Wir sind umgezogen!

Donnerstag, 26. Juli 2007

Eisbrecher mit Initial-Irritation

Max Horkheimer wusste es schon im Mai 1967: „Amerika hat, aus welchen Motiven auch immer, Europa von völliger Versklavung gerettet. Die Antwort ist heute überall, nicht bloß in Deutschland, eine weitverbreitete und tiefgehende Amerika-Feindlichkeit.“ Überraschend sei dabei „der Umstand, dass überall dort, wo der Anti-Amerikanismus sich findet, auch der Antisemitismus sich breit macht“, und sogar grotesk „die Verwirrung unter den linken Studenten“. Denn: „Die Einheit von Theorie und Praxis, die sie früher gefordert haben, wird zu einer kruden anti-amerikanischen Praxis, ohne dass eine echte Theorie dahinter stände.“ Vierzig Jahre später ist der Hass auf die USA mit oder ohne Theorie längst keine Domäne der Linken mehr, sondern zu einer Art deutsch-europäischem Sozialcharakter geronnen, zu einer conditio sine qua non geworden. Und die geradezu symbiotische Verbindung mit dem als „Israelkritik“ bauernschlau verbrämten Antisemitismus muss deshalb niemanden mehr wundern. „Es ist die Figur des harten, aggressiven, skrupellosen und rücksichtslosen Juden in Gestalt des machtvollen und brutalen Israeli, die dem europäischen Antisemitismus von heute eine neue Dimension gibt“, schrieb der Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits in seinem Buch Amerika, dich hasst sich’s besser. „Und es sind wiederum die Stärke und (militärische) Macht, die dem Antiamerikanismus eine zusätzliche und unersetzliche Rolle in dieser neuen Form des Antisemitismus als Israelfeindschaft zuweisen und diese zwei Phänomene zu politisch potenten Zwillingen in ganz Europa machen.“ [...]

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