Wir sind umgezogen!

Freitag, 20. Juli 2007

Drittes Reich im Nahen Osten

Da sich die Linke schrecklich darüber ärgert, dass sie heute keinen Widerstand mehr gegen Hitler leisten kann, bastelt sie an einem neuen Geschichtsbild und transferiert ihre Feinde und Helden von damals in die Gegenwart. Diese ahistorischen Konstruktionen sind in vielen Fällen dämlich, meistens ziemlich dumm und eigentlich immer eine Verhöhnung der echten Opfer bzw. eine Verharmlosung der echten Täter. Diese Form der Geschichtsklitterung hat ziemlich wenig mit Wissen zu tun. Der demokratisch legitimierte Präsident des Rechtsstaates USA wird aus rein ideologischen Gründen zum Wiedergänger des GröFaZ, während aktuelle durch den Nationalsozialismus inspirierte Diktatoren jederzeit mit linken Solidaritätsdemos rechnen können.

Der Antisemitismus der Antiwestler sorgt dafür, dass sie sich am liebsten beim Thema Nahost-Konflikt austoben. Kritiklos übernahmen sie die Propagandalüge, dass es in der ganzen muslimischen Welt nur dann Frieden, Freiheit und Mülltrennung gibt, wenn die Palästinenser ihren Staat haben. Beinahe jede Linke Gruppierung verfügt über irgendwelche Komitees oder AGs, die sich um die Palästinenser kümmern sollen und das nicht wegen der Palästinenser, sondern wegen ihrer Kontrahenten, die zufällig Juden sind. Aber eigentlich sind die heutigen Juden in den seltensten Fällen echte Juden - für die Linken sind die echten Juden nur die, die von Nazis ermordet wurden. Selbst die abgemagerten und zerstörten Menschen, die von Russen und Amerikanern noch aus den Lagern befreit werden konnten, sind im linken Denken schon nicht mehr mit den toten Juden gleichwertig, denn einige der Befreiten kamen wieder zu Kräften und gingen nach Israel und verwandelten sich so zu "zionistischen Besatzern".

Die Palästinenser werden zu den eigentlichen Opfern des Holocaust erklärt, die Juden zu den Nachfolgern der Nazis, Terroristen zu Résistance-Mitgliedern und Gaza zum KZ. Somit haben die Linken ihr kleines Diorama des Dritten Reiches beisammen und sind in der Lage Widerstand zu leisten. Das natürlich nur symbolisch, denn obwohl man der Hamas das ideologische Rüstzeug für ihren Kampf mit der "zionistischen Entität" gerne zur Verfügung stellt, will man auf keinen Fall als Sympathisant einer Terrororganisation dargestellt werden. Wobei man dabei nichts gegen das Sympathisieren einzuwenden hat, sondern gegen die Bezeichnung der islamischen Version der Heilsarmee (Hamas) als Terrororganisation.

Trotz allem sind die von den Nazis ermordeten Juden in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Denn sie sollen eine Mahnung sein. Nicht für die freie Welt, dass man sich rechtzeitig gegen totalitäre Systeme wenden muss oder dass Pazifismus an der falschen Stelle auch zu einem Völkermord führen kann. Nein, sie sollen ihre Nachfahren in Israel mahnen, mit denen, die sie ins Meer werfen wollen, menschlich umzugehen. Man will den Juden die Verbrechen, die an ihren Vorfahren begangen wurden, als moralisch hochwertiges Lehrstündchen in Sachen Toleranz und Gerechtigkeit verkaufen. Tabus gibt es dabei nicht, sogar Anne Frank wird zur Palästinenserin erklärt (Foto: Karen Eliot) und für eine vermeintlich gute Sache instrumentalisiert. Die Nazis verbrennen ihr Tagebuch, weil sie die Vergangenheit leugnen, die Linken benutzen sie wie eine Anziehpuppe, um die Gegenwart gleich mit zu fälschen. Solche dreisten Unverschämtheiten werden von einer deutschen Kommentatorin dann als "wundervolle Kombination von Symbolen" bezeichnet. Anne Frank, nur ein Symbol, das man nach Gutdünken einsetzen kann, eben ein Mittel zum Zweck.

Die Linke hat eine Sicht der Situation im Nahen Osten entwickelt, die auf ihrem Mist gewachsen ist und inzwischen mit Abstrichen auch von Rechtsextremisten geteilt wird. Und diese Überzeugung ist in abgeschwächter Form längst im Mainstream angekommen. Tote deutsche Juden werden heute wie ein moralischer Schutzschild getragen, während lebende Juden in Deutschland und Israel hinter Zäunen sitzen müssen, ohne die sie laufend damit rechnen müssten, in irgendeiner Weise belästigt oder sogar getötet zu werden. Dass die deutsche Linke bei diesen Spielchen mitmacht, zeigt nur, dass Heinrich Himmler recht hatte, als er seinen Untergebenen in der "Posener Rede" attestierte, trotz der vielen Leichen "anständig geblieben zu sein". Damals sprach er von einem "niemals zu schreibenden Ruhmesblatt", heute würde er erkennen, dass die orthodoxe Linke sich dieses Ruhmesblatt einfach selber ausgestellt hat.

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