Wir sind umgezogen!

Montag, 9. Juli 2007

Djihad gegen Klimawandel

Gelegenheit zum Durchatmen und damit zur Erhöhung der globalen Kohlendioxid-Werte: Live Earth – dieser Anschlag auf das Zentrale Nervensystem, der den Begriff Umweltterror mal in einem ganz anderen Licht erscheinen ließ – ist vorbei. Wenigstens für den Moment haben blasierte Fernsehmoderatoren („Eins geht mir tierisch auf den Sack. Ich weiß, dass ihr tierisch viel macht, aber Amerika und China blasen weiter ihren Scheiß in die Luft!“), bräsige Comedy-Nervensägen („Husch! Husch! Sonst hau’n wir auf den Bush!“), nölige Deutschpop-Quälgeister („Schreibt SMSe an Ole von Beust, dass ihr keinen Bock auf dieses Kohlekraftwerk habt!“) und ihre menschelnde Anhängerschar nun Sendepause. Zum Glück erwies sich die Klimakatastrophe wenigstens in Hamburg als zuverlässig und sorgte mit Dauerregen und kühlen Temperaturen für angemessenes Wetter. Yusuf Islam schienen die Umstände allerdings eher noch zu beflügeln, als er dem geneigten Publikum seine Weltuntergangsfantasien in die Ohren trällerte. Was er ohnehin immer gerne tut, wenn er nicht gerade Frauen den Handschlag verweigert, Homosexuelle für pervers hält, die Todesstrafe für Blasphemie begrüßt oder Beifall für die Fatwa gegen Salman Rushdie klatscht.

Apropos Islam: In dem ganzen Live Earth-Getöse wäre fast untergegangen, dass der (gescheiterte) Anschlag auf den Glasgower Flughafen vor Wochenfrist gewissermaßen das Warming-Up für das Planetenrettungskonzert war. [...]

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