Wir sind umgezogen!

Sonntag, 29. Juli 2007

Der freundliche Skinhead

Einen „Popstar wider Willen“ nannte ihn die Zeit, den „Popstar unter den Geistlichen“ der Focus, und die Nachrichtenagentur Associated Press verbreitete einen Beitrag über den derzeitigen Deutschlandbesuch des Dalai Lama unter der Überschrift „Spiritueller Popstar“. Kaum eine große deutsche Zeitung, die den offenbar so begehrten wie beliebten Obertibeter nicht zum Interview gebeten hätte, und gäbe es Christiansen noch, er wäre ganz gewiss auch bei ihr gelandet. Denn „er lebt, was er predigt, und das macht ihn zum wirkungsvollen Exilvertreter Tibets“, räsonierte Uwe Jean Heuser in der Zeit über die Gründe für den Hype um den drahtigen und asketischen Mann mit der dicken Brille: „Er macht schlichte Scherze wie den, der nächste Dalai Lama könne eine Frau sein, aber bitte ein hübsche, wegen der Aufmerksamkeit. Aber er verlässt nie seine Linie der Gewaltfreiheit und des Mitgefühls, die er für das Zentrum des Buddhismus hält. Er zeigt Verständnis und auch Achtung für hungerstreikende Landsleute. Doch dass sie zum Selbstmord bereit sind, lehnt er als Gewalttat ab. Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass China zur Einsicht kommt. Und falls er noch einmal in seine Heimat darf, so sagt er, ‚will ich etwas tun, damit die Tibeter und die Chinesen Freundschaften entwickeln’. Manche Tibeter hielten ihn wegen seiner freundlichen Haltung für zu weich, sagt er – und lacht besonders lange.“ Das hört sich alles harmlos und nicht unsympathisch an; das Problem dabei ist nur: Die Dinge liegen doch etwas anders. [...]

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