Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 9. Mai 2007

Soziale Krämpfe

Eine Gruppe namens "Soziale Kämpfe" lädt für morgen abend zu einer Diskussionsveranstaltung in Berlin. Auf der soll vermutlich der Versuch unternommen werden, eine weitere Lanze für die migrantische Gewalt gegen Schwule, Juden und andere Volksschädlinge zu brechen bzw. wieder einmal 9/11 zu rechtfertigen. Natürlich sagt man resp. frau dies nicht so offen, sondern postmodern verschwurbelt. Unter dem Titel "Machtvolles Schweigen - anti-islamischer Rassismus und linke Politik" wird die Veranstaltung u.a. mit Nikita Dhawan und Maria do Mar Castro Varela angekündigt.

Beide sind auch Teilnehmerinnen einer internationalen Konferenz "Migration, Islam and Masculinities", finanziert übrigens von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Unter der Überschrift "Opfer als Täter - Täter als Opfer? Gewaltdiskurse in der Migrationsforschung" heißt es in der Ankündigung von Panel III z.B. mitleidheischend: "Spätestens seit den Anschlägen des 11. September 2001 und den darauffolgenden Attentaten in Madrid und London werden männliche muslimische Migranten vorwiegend als potentielle Täter wahrgenommen. Diese Betrachtungsweise ist auch an den Gegensatz zwischen ‚westlicher’ Identität und ‚muslimischer’ Identität gekoppelt, in dem der Funktion und dem Einsatz von Gewalt unterschiedliche Bedeutung zugemessen werden: Einerseits die ‚aufgeklärte’, ‚westliche’ Welt, in der Gewalt quasi gebändigt erscheint (!), und andererseits ‚traditionelle’ oder ‚vormoderne’ muslimische Gesellschaften, in denen unmittelbare Gewalterfahrungen allgegenwärtig erscheinen (!). [...] Gewaltdefinitionen, einschließlich der Zuschreibung von ‚legitim’ bzw. ‚illegitim’ sind wandelbar und abhängig von Machtverhältnissen. "
Neben dieser Relativierung und Entschuldigung migrantischer Gewalt hat auch Susanne Spindler aus Köln ganz viel Verständnis für prügelnde Männer mit Migrationshintergrund und will davon auf der Konferenz erzählen: "Junge Männer mit Migrationshintergrund stehen als Defizitträger und "gewalttätige Machos" zurzeit im Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit." Das scheint Susanne nicht zu gefallen und deshalb "zeige ich auf, wie sich Männlichkeitskonstruktionen und Rassismus wechselweise verstärken können, bis sie schließlich zum gesellschaftlichen Ausschluss führen."
Oops, da isses passiert. Eben noch die Männlichkeit konstruiert, da den Rassismus getroffen und schon ist man ausgeschlossen. Dumm gelaufen! Vergessen wir aber nicht: " Zu ihrer (Re)Produktion benötigt hegemoniale Männlichkeit ebenso die Zustimmung der Mehrheit wie Gegenbilder in Form subordinierter Männlichkeiten." Auf deutsch: Selbst schuld wer sich von Migranten aufs Maul hauen läßt, hätte er nur mal vorher nicht die hegemoniale Männlichkeit mit Zustimmung der Mehrheit produziert, dann gäbe es jetzt auch keine subordinierten Männlichkeiten, die sich - natürlich - gewaltsam Geltung verschaffen müssen.

Wem jetzt noch nicht das Kotzen kommt, wer sich am Ende morgen abend an der Diskussion solcher und ähnlicher Thesen beteiligen will, der begebe sich um 19 Uhr in den Festsaal Kreuzberg in der Skalitzerstr. 130.

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