Wir sind umgezogen!

Dienstag, 3. April 2007

Warum der Westen gegenüber Islamisten versagt

Er ist und bleibt mein persönlicher Held. Jener Mann, der neben Traxler jener Journalist ist, der für mich noch hauptsächlich den Titel “Qualitätszeitung” (natürlich jetzt nur im Vergleich zu österr. Tageszeitungen) des “Standard” garantiert, Hans Rauscher, lässt sich doch noch ab und zu einem Geniestreich hinreißen.
Trefflich beschreibt Rauscher, was das Fundament unserer westlichen Zivilisation bildet:


griechische Philosophie und Demokratie; römisches Staats- und Rechtsverständnis; judäo-christlicher Humanismus; Aufklärung und Rationalismus der Neuzeit.

Rauscher liegt auch völlig richtig in der Annahme, dass die alten Griechen die Erfinder des Individualismus, das Stellen des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt, um praktisch alles aus dem Einzelnen herauszuholen, sind.
Leider vergisst Rauscher gleichzeitig zu betonen, dass die früh-griechischen Kulturen und auch die Griechen nachher enorm von der frühen Hochkultur schlechthin, den Sumerern, profitierten. Die Sumerer, die ironischerweise im heutigen Irak lebten, bildeten die Basis der europäischen Zivilisationen und überhaupt aller Zivilisationen der Erde. Nicht nur durch ihre grundlegenden Erfindungen wie etwa das Rad, sondern vor allem durch ihre einzigartige Erkenntnis, das die Hauptgrundlage einer Zivilisation darin besteht, wenn eine Gruppe an Menschen zur Einsicht gelangt, gemeinsam für ein Ziel zu arbeiten und alles dafür unterzuordnen, konkret: Dem Nahrungserwerb. Und das war die Basis aller Völker: Der Kollektivismus - Ein Gemeinschaftssinn, um besser überleben zu können.
Es ist daher ein böser Fehler anzunehmen, dass die Vermischung zwischen Orient-Okzident nur kurz während des Hellenismus bestand. Nein: Schon immer gab es ein gegenseitiges Profitieren, also ein Vermischen der Kulturen. Man muss es nur sehen wollen.

Bei den alten Griechen war auch der Kollektivismus Grundlage für die Zivilisationsentstehung. Doch dann passierte irgendetwas. Intelligente Männer mussten irgendwann festgestellt haben, das die Sache ins Stocken gerät. Gemeinsame Sippe schön und gut - Aber alles der Gemeinschaft unterordnen? Und dann kamen die alten Griechen drauf, das die kleinste Einheit des Kollektivismus der Mensch selbst sei - und wenn man die einzelnen Menschen nicht wichtig nehme, viel an Know How verloren gehen würde. Damit war nicht nur der Aufstieg der alten Griechen als bedeutende Macht, sondern auch der Zünder des steilen Erfolgs des europäischen Abendlandes, und gleichzeitig die beginnende Überlegenheit gegenüber dem Orient begründet.
Plötzlich hörte man den einzelnen Menschen zu. Respektierte, achtete ihre Meinungen. Diskutierte. Lies sie sogar wählen (na gut, Frauen und Sklaven nicht, aber was besseres gab es sonst nicht!). Die Demokratie entstand. Philosophen erdachten großartiges. Die abendländische Literatur entwickelte sich. Man dürfte sich und seine Emotionen durch Meinungsfreiheit, Theater und andere Künste entwickeln. Grundlagen diverser Wissenschaften wurden erschaffen usw.

2000 Jahre später wuchert der Individualismus überall in Europa - in allen Formen, Variationen, Möglichkeiten. Doch dieser Individualismus ist vom Individualismus der alten Griechen weit entfernt. Denn der Individualismus ist kein reiner Individualismus mehr, sondern viel mehr schemenhaft, zum Teil ein Egoismus, der das einzelne Individuum zum Non plus ultra erkor.
Diese falsche Interpretation des Individualismus keimte ab dem Zusammenbruch des Nationalismus, der gottlob stattfand, aber, wie in diesem Fall, zu einigen falschen Gegenkonzepten führte, wie etwa die Ausnutzung eines an sich erfolgsversprechenden Kapitalismus, indem von Jahrzehnt zu Jahrzehnt der Einzelne mehr und mehr, für sich, und nur für sich, erreichen wollte. Die Gier nach persönlichem Reichtum in allen erdenklichen Möglichkeiten drängte den reinen Individualismus fortschreitend zurück.
Zusammengehörigkeitsgefühle existieren kaum noch - Selbst nicht in der Keimzelle der Gesellschaft, der Familie, wo Scheidungen en masse die Bevölkerungsstrukturen erschüttern.

Und nun prallt dies alles auf eine kritische Zeit. Die Wahrnehmung von Islamisten erfolgt erst seit wenigen Jahrzehnten. Die westliche Welt reagiert, gebeutelt vom Egoismus, uneins, mit verschiedensten Mitteln und Methoden, diesem Problem verrückter religiöser Fanaten, die die Religion Islam für die Ausübung politischer Macht missbrauchen, Herr zu werden.
Doch der Feind ist stark.

Islamische Gesellschaftsstrukturen, aus denen nun einmal diese Islamisten stammen, kennen keinen Individualismus. Seit Mohammed wird alles dem Kollektivismus untergeordnet. Sie durchleben seit Jahrtausenden, was einst die Sumerer in ihrer Zeit groß machte, und bewegen sich in dieser Hinsicht kaum von der Stelle. Sie haben keinen Humanismus, keine Aufklärung, keinen Individualismus. Denn der Individualismus wäre der größte Feind der herrschenden Mullahs. Also zählt nur das Kollektiv, die Gemeinschaft - das ist das, was ihnen bleibt und sie vom Westen unterscheidet.

Wird das Kollektiv bedroht, ist das Kollektiv beleidigt, sei es bei Karikaturen, oder bei Krügen mit Schlachtniederlagen gegen Napoleon verziert (der Sieg gegen das Abendland bei Nikopolis wird dafür in der Türkei noch heute gefeiert). Das Beleidigtsein ist nicht nur das Wesen von Islamisten, sondern ein allgemeines kollektives Phänomen im Islam. Warum sollte man ihnen auch böse sein, wenn sie eine der Grundlagen des Individualismus, das jeder kritisieren darf, ohne gleich jemanden beleidigen zu wollen, niemals kennen gelernt haben?

Was anderes ist es bei Islamisten: Sie werfen mit Steinen, drohen mit Tod, Zerstörung und Gewalt und führen Terroranschläge durch.

Was hätten die alten Griechen getan? Die alten Griechen, so individuell, so sehr sie lange in Stadtstaaten zersplittet waren: Wenn es eng wurde, oder konkret gesagt, ihre Zivilisation und Werte gefährdet waren, hielten sie geschlossen ohne Widerrede zusammen. Es wurde zwar natürlich viel darüber diskutiert, aber wenn der Individualismus gefährdet wurde, gab es für die alten Griechen kein Verständnis. Im schlimmsten Fall, wenn es keine andere Lösung gab, mussten sie ihre einzelnen Heere vereinen, um Bedrohungen abzuwehren, als etwa die Perser oder andere Völker ihr Wertesystem bedrohten.

Wieder 2000 Jahre später ist das ganz anders ...

WEITERLESEN

Kontakt

  • admin.wmd [at] googlemail.com