Wir sind umgezogen!

Donnerstag, 26. April 2007

Privilegierte RAF

Warum soll jemand, der mehrere politisch motivierte Morde zu verantworten hat, nach 26 Jahren freikommen? Wird dem Gnadengesuch stattgegeben, so käme Christian Klar in den Genuss derselben Vorzugsbehandlung wie Brigitte Mohnhaupt, die – ursprünglich zu der gleichen Strafe verurteilt – schon längst wieder in Freiheit ist.

Ich bin durchaus kein Gegner von Rehabilitation und Gnade, aber es entsteht der Eindruck, dass RAF-Mitglieder vom Staat bevorzugt behandelt werden. Reinhard Müller weist in einem Kommentar der FAZ darauf hin, dass bei mehrfachen Mördern eine Gesamtstrafe gebildet wird, bei der die einzelne Tat weniger ins Gewicht fällt. Der Mörder bekommt daher bei seinem Gnadengesuch gewissermassen einen Mengenrabatt – einfach grotesk. Aber es ist noch mehr im Spiel:

Zum anderen sind Terroristen - dem Gesetz und allen Beteuerungen zum Trotz - eben doch keine gewöhnlichen Kriminellen. Sie werden zu Freiheitskämpfern, wenn der Systemwechsel gelingt. Gelingt er nicht, haben sie in Unrechtsstaaten in der Regel ihr Leben verwirkt. In Rechtsstaaten dagegen umweht sie immer noch die Aura von Revolutionären. Wenn zur Rettung der Menschheit gemordet wird, finden sich stets Leute, die Verständnis dafür aufbringen - vor allem unter den sogenannten Intellektuellen, die eigentlich kein Blut sehen können.


Dieser Satz gehört in Marmor gemeisselt. Das nämlich ist die Krux: (Weiter...)

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