Wir sind umgezogen!

Montag, 30. April 2007

Menschenrechtler - Schreibtischtäter *

Mersi, die Amnesty-International-Gruppe zum Thema "Menschenrechte und sexuelle Identität", habe ich hier und dort schon unter die Lupe genommen. Jetzt haben sie wieder zugeschlagen. In einen Beitrag über die Verfolgung von Lesben, Schwulen und Transsexuellen im Irak steigen sie ein mit den Worten:

Seit dem Einmarsch der US-geführten Truppen in das Zweistromland versinkt der Irak nicht nur zusehends in einem Chaos aus Bombenanschlägen, Entführungen und Attacken von unterschiedlichen bewaffneten Gruppen, sondern es mehren sich auch die Berichte darüber, dass Lesben, Schwule und Transsexuelle gezielt verfolgt und ermordet werden.

Der halbwegs gebildete Leser greift sich verwundert an den Kopf und fragt sich, wie Lesben, Schwule und Transsexuelle wohl vor dem Einmarsch der US-geführten Truppen verfolgt und ermordet wurden. Ungezielt? Zufällig? Versehentlich? Wer sich die Mühe macht, den Text bis zum Ende zu lesen, erhält die Antwort. Mersi zitiert ein Opfer polizeilicher Verfolgung, Inhaftierung und Folterung, das sich, so scheinen es uns die Menschenrechtler nahe legen zu wollen, zurück in die gute alte Zeit unter Saddam sehnt:

Nun scheint ihm die Saddam-Ära geradezu als die „goldene Epoche“, denn damals sei Homosexualität wenigstens stillschweigend geduldet worden. „Jetzt bin ich völlig in Panik, denn ich muss jeden Moment damit rechnen, geköpft oder erschossen zu werden.“ In diesem Punkt stimmt der eingangs erwähnte Hussein zu: „Saddam war ein Tyrann. Aber selbst damals hatten wir mehr Freiheit!“

Mit dieser unkommentierten Aussage endet allen Ernstes der Mersi-Beitrag. Bleibt eine Frage: Wer braucht Menschenrechtler, die sich nach einem Diktator zurück sehnen?

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*frei nach Ton Steine Scherben

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