Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 11. April 2007

Genozid live

Während die Welt den Menschen in Darfur entweder mit netten Worten oder mit der Warnung vor einer Intervention gegen den sudanesischen Präsidenten al-Baschir zur Seite springt, kann man mit der Hilfe von Google Earth den ersten Völkermord dieses Jahrtausends fast live mitverfolgen. Benutzer des Programms finden im orange markierten Darfur einen Link, über den ein "Global Awareness Layer" von Google und dem Washingtoner Holocaust-Museum installiert werden kann. Rote Flammen markieren ausgelöschte Ortschaften, gelbe "nur" beschädigte. Zusätzlich kann man sich Fotos von Opfern und diverse Zeugenaussagen ansehen.

Diese Form der Visualisierung eines Völkermordes hilft vielleicht, dass auch den Deutschen, die sich eigentlich lieber mit Klimafantasien, Eisbären und kritischen Dialogen beschäftigen, endlich ein Licht aufgeht. Die Ignoranz, mit der über die Vorkommnisse im Sudan hinweg gesehen wird und die schlauen Sprüche, die Außenpolitiker zum diesem Thema auswendig gelernt haben, wird durch diese Karten entlarvt.

Vielleicht sollte auch die Redaktion der "Jungen Welt" einen Blick riskieren. Die ist nämlich seit längerem dabei, das sudanesische Regime als eigentlich völlig harmlos darzustellen und jegliche Einmischung in die dortigen Vorgänge als "imperialistisch" zu brandmarken. Echte Menschenfreunde eben.

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