Wir sind umgezogen!

Donnerstag, 12. April 2007

Fight to Exist

Vor kurzem erschien im Hamburger Konkret Literatur Verlag ein Buch, das völlig quer zum politischen Mainstream in Deutschland liegt und genau deshalb Pflichtlektüre zu sein hätte. Bereits sein Titel lässt keine Zweideutigkeiten zu: Israels Existenzkampf. Eine moralische Verteidigung seiner Kriege heißt es, und es ist die Übersetzung der 2003 in englischer Sprache veröffentlichten Erstausgabe Right to Exist. Autor dieses Bandes ist Yaacov Lozowick, Jahrgang 1957 und Archivdirektor der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Der deutschen Fassung fügte er noch ein im Mai 2006 verfasstes Vorwort sowie eine im August letzten Jahres geschriebene Vorbemerkung hinzu. In diesen und in weiteren elf Kapiteln zeigt der Historiker, dass es keine „Gewaltspirale“ gibt und nicht Israel das Hindernis für eine einträgliche Friedenslösung darstellt, sondern die Weigerung der arabischen Welt, „einen jüdischen Staat zu akzeptieren“: „Um es so deutlich wie möglich zu sagen: Israel blockiert lediglich die nationalen Ambitionen der Palästinenser (beziehungsweise hat das früher getan), die Palästinenser hingegen bedrohen die nackte Existenz der Juden.“ Seit 1967 übe Israel die Herrschaft über einen großen Teil der palästinensischen Bevölkerung aus, schreibt Lozowick, und daran sei vieles zu kritisieren. „Dennoch könnte nur ein Narr behaupten, dass sich die Palästinenser in der umgekehrten Situation mit den Maßnahmen, wie sie die Israelis getroffen haben, zufrieden geben würden.“ Im Gegenteil: „Sollten die Palästinenser jemals Herrschaft über die Juden erlangen, wird Palästina ebenso judenrein werden, wie es der größte Teil Europas heute ist: eine kleine Gemeinde hier und dort und Gespenster überall.“

Von Yaacov Lozowick ist bereits ein Buch in deutscher Sprache erschienen: Hitlers Bürokraten. Eichmann, seine willigen Vollstrecker und die Banalität des Bösen, im Jahr 2000 publiziert in Zürich-Münchener Pendo-Verlag. Unlängst ging er mit seinem neuen Werk auf eine Lesereise quer durch Deutschland. Lizas Welt führte mit ihm vor einer der Veranstaltungen ein Interview, in dem Lozowick über seine politischen Veränderungen, Israels einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen, Szenarien der Palästinenser, antiisraelische Europäer und den Libanonkrieg sprach. [...]

ZUM INTERVIEW

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