Wir sind umgezogen!

Dienstag, 10. April 2007

Der menschliche Geist besteht aus bunter Knete

Wirken Schmutzkampagnen im Wahlkampf und wenn ja, wie? Wie wirken Einflußnahmen auf den potentiellen Wähler? Man sollte ja annehmen dürfen, daß der mündige Bürger in der Lage ist, bewußte Einflußnahme als solche zu erkennen und sich darauf einzustellen. Nun ist der Geist aber recht vielschichtig: Normalerweise unterscheidet man zumindest zwischen einem langsam lernenden System, das Assoziationen über lange Zeiträume hinweg aufnimmt und klassifiziert und einen schneller lernenden Teil, der bewußte Wahrnehmung steuert. Ein Stimulus, beispielsweise das negativ besetze Wort “Haß” kann auf unterschwellige Art und Weise mit dem Gesicht einer Person A (z.B. Herrn Meier) in Zusammenhang gebracht werden. Diese Assoziation hat dann zur Folge, daß Testpersonen B den Herrn Meier implizit ungünstig bewertet. Interessant dabei ist, daß die Rezipienten sich dieser Tatsache häufig nicht bewußt sind. Gleichzeitig können z.B. schriftliche Beschreibungen lobenswerten Verhaltens von Herrn Meier zu günstiger Haltung der Rezipienten führen. Die Rezipienten werden zum Ausdruck bringen, Herrn Meier zu mögen.

Ende 2006 konnte gezeigt werden, daß die geistigen Prozesse, die unbewußte und bewußte Haltungen steuern, unabhängig voneinander operieren. Es ist also möglich, ein und derselben Person gegenüber völlig inkonsistente Haltungen einzunehmen: negative implizite und positive explizite. Und es ist sogar möglich, Leute so zu beeinflussen, daß sich diese beiden Haltungen umkehren: Man muß die Rezipienten nur mit den richtigen Kombinationen aus unterschwelliger positiver Berieselung und negativer expliziter Beschreibung versorgen. (Quelle: Psychol. Sci, 17, 954 (2006))

Man kann daraus einiges lernen, u.a. daß man nur lange genug das Wort Mörder mit dem Gesicht von George Bush in Verbindung bringen muß, um zu erreichen, daß Leute den Kerl zum Kotzen finden, obwohl [...]

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