Wir sind umgezogen!

Dienstag, 3. April 2007

Der Bürger ist zu dumm für die Technik

Doch glücklicherweise hat er seine EU-Komission, die sich bekanntermaßen aus hochspezialisierten Supergehirnen zusammensetzt. In der allmächtigen Komission hat man auf alles eine Antwort, schließlich stellt man sich dort sogar Microsoft mutig in den Weg und führt einen völlig sinnlosen Prozess, der lediglich ergab, dass die Gates-Firma Windows in einer Version auf den europäischen Markt werfen musste, die sowieso keiner kauft. Die meisten Politiker sind technisch nicht so versiert wie Frau Merkel, die wahrscheinlich jedem Teenager beim Schreiben einer SMS überholen würde und darum wollen die hohen Damen und Herren der EU-Komission nun ein Verfahren gegen Apple einleiten.

Warum? Inzwischen sind MP3-Player zur Massenware geworden und die weißen Ohrstöpsel der diversen Ipod-Modelle funkeln den aufmerksamen Betrachter allerortens an. Nun gibt es aber nicht DAS digitale Musikformat und neben MP3 stehen für den Kunden auch WMV, ACC oder OGG bereit. Dazu kommt noch, dass viele Anbieter die Musikstücke digital signieren, um so Raubkopien zu verhindern. Dieses "Digital Rights Management" hat in der Entwicklung sicherlich Millionen verschlungen, ist aber völlig nutzlos, da heute jeder zwölfjährige in der Lage ist, sich über entsprechende Umgehungsmaßnahmen zu informieren und diese zur Freude seiner Freunde durchzuführen.

Das Problem für den Nutzer bleibt bestehen: Nicht jedes Abspielgerät kann auch jedes Format wiedergeben. Ein Problem, dass sich jedoch schon vor dem Kauf beheben ließe, wenn man sich denn dazu herablassen würde, sich zu informieren. Das geht eigentlich ganz einfach, denn in etlichen Zeitschriften, die sich mit Hifi, Computern oder "Lifestyle" beschäftigen, werden regelmäßig Tests veröffentlicht, in denen Modelle in einer Preisspanne von 30 bis 300 Euro verglichen werden. Kauft man im Fachhandel ein, kann man sich in der Regel sogar auf die Auskunft eines Verkäufers verlassen. Klappt's dann doch nicht: Umtauschen und anderen Apparat probieren.

Das schließt meine Oma zugegebenermaßen höchstwahrscheinlich aus dem potentiellen Kundenkreis aus, aber die könnte immer noch bei mir anfragen, wenn sie denn einen MP3-Player haben wollte. Im Großen und Ganzen ist es auch für einen "Laien" möglich, sich ein solches Gerät zuzulegen und im Internet Lieder einzukaufen, die dann auch zu hören sind. Nur die EU-Komission glaubt das nicht. Offenbar meint man in Brüssel, digitale Musik müsse so einfach zu verstehen sein, dass auch der letzte Komissar mitreden kann. Um so unglaublicher ist die Tatsache, dass die FTD bei dieser Sache auch noch der Meinung der EU-Bürokraten ist.

Dass sich große Teile der beschriebenen Benutzerunfreundlichkeit nun von selbst in Wohlgefallen aufzulösen beginnen, sollte sowohl der FTD, als auch der EU-Komission zu denken geben. Für Nebensächlichkeiten wie Unterhaltungselektronik, kann man die Regelwut getrost im Komissionsspind hängen lassen.

Kontakt

  • admin.wmd [at] googlemail.com