Wir sind umgezogen!

Dienstag, 10. April 2007

attac reist nach Heiligendamm



Wer möchte schon in 10 oder 20 Jahren zugeben, nicht dabei gewesen zu sein?!

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Nein, diese Frage bezieht sich nicht auf die Fußballweltmeisterschaft 2006 sondern den G-8 Gipfel in Heiligendamm. Genauer, den Protestaufruf von attac. Die Globalisierungskritiker fahren nämlich bald nach Heiligendamm. Weil sie genug haben von Krieg und Menschenrechtsverletzungen, von Umweltzerstörung, Sozialabbau, Steuergeschenken und Konzernhörigkeit!


Wenn man nun aber für die Menschenrechte eintreten möchte, gäbe es noch andere potentielle Ausflugsziele. Teheran, Darfur, Kairo, Damaskus, Caracas oder Peking, um nur einige zu nennen. Dort überall täte Kreative Aufklärung und pfiffiger Protest auch ganz gut. Warum also ausgerechnet Heiligendamm, wo acht Staaten zusammentreffen von denen immerhin sieben die Menschenrechte einhalten (während der achte dabei ist von einer Autokratie in die Diktatur zurückzufallen). Diese Frage lässt sich mit einem einzigen Wort klären: Neoliberalismus. Zwar werden im Iran Homosexuelle gehängt, aber eben nicht im Namen des Neoliberalismus, natürlich werden in China Regimekritiker ermordet, aber der Neoliberalismus hat damit nichts zu tun und niemand zweifelt an den Massakern in Darfur, doch was bitte haben diese mit Neoliberalismus zu tun?

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Der Neoliberalismus ist also der größte Feind der Menschheit, soviel steht nach einem Blick auf die attac Seite schon mal fest. Was auf der attac Seite nicht steht, ist, dass diese Geisel sich nur zu gerne mitten in offenen Gesellschaften breit macht. Zufall? Sicherlich! Nur Zyniker werden behaupten, dass der Neoliberalismus eventuell auch eine Rolle bei der Sicherung grundlegender Menschenrechte spielen könnte. Ja, er ist ein schrecklicher Gegner. Bei attac gibt es die Regel, dass Artikel über die Globalisierung zu 36% aus dem Wort Neoliberal bestehen müssen. Was bei weniger geschulten Lesern schnell die Frage aufkommen lässt: Was ist eigentlich Neoliberalismus? Darauf gibt das attac Nachschlagewerk eine recht präzise Antwort: Eine genaue Definition des Begriffes ist schwierig[…]


Sehr schön! Der größte Feind im Kampf gegen die neoliberale Globalisierung ist also nicht definierbar! Ein Kampf mit stumpfen Waffen gegen einen Gegner, den man nicht identifizieren kann. Aber auch wenn man bei attac nicht so genau weiß, was man eigentlich will, weiß man umso besser, was man nicht will: Die gemeinsame Ideologie der G8, die natürlich der Neoliberalismus ist und in folgende Plagen zerfällt:


- den Ausbau der Atomenergie

- die Förderung der Gentechnik

- das Patentrecht auf Saatgut, Aidsmedikamente, Lebewesen etc…

- Kriege und Waffenhandel (90% am Weltmarkt)

- Hedgefonds und Währungsspekulationen

- die Politik von IWF, Weltbank und WTO

- die Schuldenfalle der Entwicklungsländer

- Privatisierung und Sozialabbau

- …


Warum die letzte Plage aus drei Punkten besteht, ist nicht so ganz nachvollziehbar. Soll der globalisierungskritische Mensch dort eine Plage nach Wahl eintragen? Die Mehrwertsteuererhöhung, die Sommerzeit, Beziehungskrisen, Knut-Hysterie oder das defekte Autoradio? [...]

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