Wir sind umgezogen!

Freitag, 30. März 2007

Mörderische Kapitalismuskritik

Left-wing die-hard Hermann L. Gremliza jammert in seiner Konkret:

Unwidersprochen von seinen Kollegen hat ein Justizminister (Goll, FDP) dieser Tage erklärt, daß ›heftige Kapitalismus-Kritik‹ ein Vergehen ist, das mit der Verschärfung des Strafvollzugs geahndet werden muß.


Damit unterstellt er, Christian Klars "Kapitalismus-Kritik" habe mit dessen Taten, wegen derer er verurteilt wurde, nicht das geringste zu tun. Ja, jene sei nach wie vor richtig und legitim, und ihm deswegen Hafterleichterungen zu verweigern, sei Gesinnungsjustiz.

Nun ist es ja interessant zu beobachten, daß sich Kommunisten immer dann, wenn es darum geht, kriminell gewordene Sippenmitglieder zu verteidigen, auf Rechtsstaat und Meinungsfreiheit berufen, die sie indes sofort abschaffen würden, wären sie selbst an der Macht. (Und daß Publizisten wie Gremliza keine politische Macht besitzen, bedeutet nicht, daß sie kein Interesse daran haben.)

Würde sich Gremliza auch derart ereifern, wenn einem NPD-Mitglied, das vor 30 Jahren mehrere rassistische Morde begangen hätte und in einem Grußwort an eine Konferenz der Nationalzeitung davon spräche, daß der "Kampf gegen die Überfremdung des deutschen Volkes" weitergehen müsse, Hafterleichterungen verweigert würden?

Dabei müßte er doch aus eigener Erfahrung am besten wissen, daß seine Opferpose grundlos ist. Seit Jahrzehnten verbreitet Gremliza "heftige Kapitalismus-Kritik", und weder Goll noch sonst irgendjemand hat je behauptet, daß dies ein "Vergehen" ist, welches "geahndet" werden müsse. Konkret kann völlig ungehindert erscheinen, und alle seine Autoren sind auf freiem Fuß (sofern sie keine Mörder sind). Klar wird, weil er der Ideologie, die ihn zum Morden getrieben hat, weiterhin anhängt, nicht bevorzugt behandelt, aber eben auch nicht in rechtsstaatswidriger Weise bestraft.

Über die absurde Trennung zwischen Klars Taten und seiner Ideologie findet wieder einmal Bettina Röhl die richtigen Worte (in einem Interview mit dem österreichischen Jugendmagazin Chilli):

Der deutsche Innenminister aus virulenten RAF-Zeiten, Gerhard Baum, heute ein Edel-Sympathisant der RAF, nennt die Äußerung von Klar Revolutionskauderwelsch. Und begründet damit die heutige Ungefährlichkeit seines Schützlings. Klar mag ungefährlich geworden sein, aber die Baumsche Begründung ist ein Schmarrn, denn im Namen desselben Revolutionskauderwelsches sind ja damals die Morde verübt worden. Die jetzt aufgeflammte Beschäftigung mit einzelnen Personen aus der RAF führt in immer dieselbe Sackgasse. Jeder Mensch, nicht nur jeder junge Mensch, möchte die Welt verbessern, gerechter machen, sozialer und lebenswerter.

Die RAF war aber nicht nur der falsche Weg zu diesem Ziel. Egomanie, Machtstreben, wenn man in die Medien kommt, Mediengeilheit – darin erschöpfte sich die RAF, von Anfang an. Die Vorstellungen, wie die Welt konkret organisiert werden soll, waren nicht rudimentär, sondern existierten schlichtweg nicht. Hungersnot, Chaos und Kannibalismus hätten solche Typen über diese Welt gebracht, wenn sie die Macht im Staate übernommen hätten. Sie hatten außer Destruktion gar kein Ziel. Und das ist der wahre Grund ihres Scheiterns.

Kontakt

  • admin.wmd [at] googlemail.com