Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 28. März 2007

Kultur der Beleidigten

Überall sind die Menschen zur Zeit schwer beleidigt. In England werden Schwarze im Fernsehen offenbar grundsätzlich mit Rassismus in Verbindung gebracht, Muslime sind immer beleidigt, wenn es um ihre Religionsbrüder in aller Welt geht und halten ihre Religion für so dermaßen kompliziert, dass sie allen anderen die Fähigkeit zur Kritik absprechen, und die Türkei ist ständig kollektiv beleidigt, wegen des Papstes, wegen der eigenen Geschichte oder auch wenn Angela Merkel Jacques Chirac einen blöden Becher schenkt.

Da die Türken wie ihre deutschen Freunde offenbar einen leichten nationalen Minderwertigkeitskomplex haben und der festen Meinung sind, Chiracs neuer Bierhumpen sei ein dem Sieg Napoleons über die Osmanen gewidmeter Triumphbecher, empfahl der türkische Außenminister nun, "die EU sollte sich eher mit der Zukunft als mit der Vergangenheit befassen". Eine Disziplin, die die Nationalisten in der Türkei auf der einen Seite hervorragend beherrschen, wenn es um die ethnischen Säuberungen Mustafa Kemals geht, die von den islamistischen Türken aber nicht mitgemacht wird, zwingen sie ihre Frauen doch dazu sich an mittelalterliche Sittengesetze zu halten und führen auch mal die ein oder andere Exekution in Heimarbeit durch.

Was soll's, Hauptsache eingeschnappt.

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