Wir sind umgezogen!

Dienstag, 2. Januar 2007

Gemeinsame Trauer

Frage: Wer sagte dies am Grabe eines jüngst verblichenen Genossen?

"Der von der Goldenen Bush-Horde entmachtete Saddam Hussein ist bis zu seinem Gang zum Galgen der rechtmäßige Präsident des Irak geblieben. Zugleich war er der erste Führer des nationalen Befreiungskampfes gegen die Besatzer. Er hat seinen Henkern mit stolzer Gelassenheit ins Gesicht geblickt."

Antwort: Es ist der aufrechte Genosse Werner Pirker von der Jungen Welt, dem stolzen Flagschiff linksdeutscher Tyrannophilie.

Ach ja: den ganzen Artikel kann, wer will, auch online nachlesen. Passender Titel, Ernst Bloch hätte es sicher auch gefallen: "Mit aufrechtem Gang".

Einer, den Pirker (noch) nicht als Genossen bezeichnen würde, trauert ebenfalls und ist empört über die "Ermordung" des Saddam. Um seiner "Wut und Trauer" Ausdruck zu verleihen bemüht er sogar sein ganzes historisches Wissen:

"Der unfaire Prozess und die plötzliche Hinrichtung reihen sich ein in das historische Geschehen politischer Prozesse, die in der Geschichte angefangen von dem Todesurteil gegen den griechischen Philosophen Sokrates, über die Kreuzigung Jesu, bis hin zum Kopfabschlagen von Karl dem Ersten von England, veranlaßt von Oliver Cromwell, eines verband: Politisch mißliebige Personen wurden ohne Rechtsgrundlagen ausgeschaltet."

Und wer ist dieser, der es schafft Jesus irgendwie in eine Reihe mit Saddam Hussein zu bekommen (Göring, Keitel und andere Opfer der Siegerjustiz addiert der Leser selbstredend zwischen den Zeilen hinzu)?
Der Dipl. sc.pol. Udo Voigt von der NPD isses, um dann gleich folgendes zu dekretieren: "Rache und Siegerjustiz können nicht die Grundlage einer neuen Staatsordnung des Irak sein. Sie zeigen einmal mehr das wirkliche Gesicht des amerikanischen Imperialismus!"

Trauert da nicht in der Tat zusammen, was auch sonst zusamnmen gehört?

Update (4.1.2006):

Der Israel Shamir, der kondoliert ebenfalls, und zwar in einer Art, die zumindest ebenso widerwärtig ist, wie der der beiden Obengenannten.

Und auch diese Sprachrohre der Geknechteten der Welt dürfen natürlich nicht fehlen, wenn's darum geht ihrem Saddam, dem sie jahrzehntelang die Treue hielten, ein letztes Geleit zu geben.

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