In Gaza ist die Hölle los. Hamas schießt auf Fatah, Abbas auf Hanija - das kleine Stück Land unter der levantinischen Sonne und am warmen Mittelmeer fliegt in die Luft. Bezeichnenderweise sind es gerade die beiden Gruppierungen, die den Landstreifen in ein Schlachthaus verwandeln, die von aller Welt als mehr oder weniger ernstzunehmende Gesprächspartner dargestellt wurden. Auf der einen Seite Abbas als Nachfolger des judenhassenden Kleptokraten Arafat, säkular und mit der Autorität des ergrauten Präsidenten, auf der anderen Hamas-Regierungschef Hanija, legitimiert durch den Erdrutschsieg bei den Parlamentswahlen. Keiner der beiden will sich vom anderen die Zügel aus den Händen nehmen - allerdings begehen sie dabei einen fatalen Denkfehler: Sie hatten die Zügel nie in der Hand!
Die Gründe dafür, dass ein unfassbar groß aufgeblasener Regierungsapparat nicht in der Lage ist, in einem Stück Land von der Größe Bremens für Ruhe zu sorgen, sind relativ einfach zu ermitteln: Die Leute dort haben nichts zu tun!
Anstatt es wie die ägyptischen Nachbarn zu machen, und Touristen mit ihren gut gefüllten Brieftaschen an die Mittelmeerküste zu locken, sie mit Fischerbooten zum Angeln zu fahren oder auf Kamelen durch die Dünen zum Wüstenpicknick zu bringen, scheint ein großer Teil der Gazabevölkerung ihren inkompetenten Politkern zu folgen, die sich auch lieber über Israel beklagen und Waffen über die ägyptische Grenze schmuggeln. Erst neulich kam Hanija mit ein paar Millionen Dollar aus Ägypten wieder und man darf bezweifeln, dass dieses Geld für die Palästinensische Infrastruktur gedacht war. All die Waffen der unzähligen Soldateska-Gruppen, die von den westlichen Medien in typischem Gutmenschenjargon ernsthaft als "Sicherheitskräfte" bezeichnet werden, wollen ja auch bezahlt werden und der Kampf der Hamas geht nun einmal vor das Wohlergehen der Bürger.
Spätestens seit August 2005 hätten die Palästinenser endlich damit beginnen können, ihre eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben. Das kleine, aber wenigstens nicht mehr besetzte, Stück Land wartete nur darauf genutzt zu werden. Zugegeben, viel war es nicht, nur 13% des Gazastreifens sind zur Zeit landwirtschaftlich nutzbar, aber auch die Israelis haben es geschafft, der Wüste Land zu entreißen, um darauf Orangen oder Paprikas anzubauen. Einen Teil dieser Technik hatten die israelischen Siedler sogar bei der Auflösung der Siedlung Gusch Katif zurückgelassen, der Autonomiebehörde waren für sage und schreibe 0$ ein paar High-Tech Gewächshäuser in die Hände gefallen. Leider interessierte sich niemand dafür und so wurden die Gewächshäuser nach dem israelischen Abzug von einem Mob zerstört, der offenbar nicht an Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft interessiert war.
Trotz der immer wieder betonten Geldnot der Autonomiebehörde, die ihren Angestellten seit Monaten die Gehälter schuldet, scheint es am Geld für Waffen und Munition nicht zu mangeln. Neben den Schüssen auf andere Personen, wurde auch bei den heute veranstalteten Protestmärschen der verschiedenen Gruppierungen munter in die Luft geballert und fast jeder Mann trug eine Kalaschnikow.
Die von Abbas angestrebten Neuwahlen werden für die Bevölkerung des Gazastreifens rein gar nichts bringen. Genauso wenig, wie der Abzug der Israelis etwas gebracht hat. Die politische Führung der Palästinenser ist nicht mal in der Lage, den Leuten etwas anzubieten. Außer antisemitischer Propaganda, der üblichen Besatzungsrhetorik und dem lautstarken Verlangen nach internationalen Finanzhilfen der westlichen Teufel, wird sowohl von Fatah, als auch Hamas nichts auf die politische Agenda gesetzt. Es gibt weder ein Regierungsprogramm, noch eine Plan, wie man mit den Verhältnissen umgehen kann, die eine Zweistaatenlösung mit sich bringt. Ein Abzug aus dem Westjordanland ist damit in noch weitere Ferne gerückt, denn es gibt keinen Grund, der dagegen spricht, dass es in der Westbank nach einem Abzug nicht genauso zugehen sollte, wie jetzt im Gazastreifen.
Man kann bestimmt nicht sagen, dass es unter den Palästinensern keine fähigen Leute gibt, die eine wirkliche Regierung bilden könnten. Die bisher amtierenden Pfeifen tun aber alles, damit man im Rest der Welt genau das glaubt. Die Neuwahlen werden keine Besserung bringen, lediglich neue Protagonisten, die auch weiterhin auf unterstem Niveau versagen werden und weiterhin wird nur der Hass auf Israel und die Juden das einzige sein, bei dem die unterschiedlichen Gruppierungen an einem Strang ziehen werden.