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Freitag, 10. November 2006

Wahlniederlage: Bush rüstet seine Irak-Rhetorik ab

SPIEGEL online

Neue Töne aus dem Weißen Haus: Nach dem Abgang des Hardliners Rumsfeld aus dem Verteidigungsministerium schlägt Präsident Bush einen neuen Kurs in der Irak-Politik ein - zumindest rhetorisch: Er sei offen für Vorschläge. Auch die europäischen Verbündeten drängen auf Korrekturen.

Also das ist schon clever gemacht vom SPIEGEL. Da die Europäer auch nach mehr als 3 Jahren intensiver Suche noch immer kein vernünftiges Argument gegen den Plan der NeoCons von einer Demokratisierung des Irak gefunden haben, nutzt man jetzt Bushs Wahlniederlage, um unauffällig die Seiten zu wechseln, und das dann auch noch als Kurswechsel des US-Regierung zu verkaufen.

"Ich bin offen für alle Ideen und Vorschläge, die uns helfen werden, die Terroristen zu schlagen und den Erfolg der demokratischen Regierung im Irak zu gewähren" sagte Bush vor einem Treffen mit führenden Demokraten. Unabhängig von der Parteizugehörigkeit müssten die US-Politiker sicherstellen, dass die Truppen im Irak bei ihrer Aufgabe unterstützt werden.

Das sollte doch eigentlich deutlich genug sein: Erstens sollen die Terroristen weiterhin bekämpft werden, zweitens soll der Irak demokratisch bleiben, und drittens sollen die US-Truppen dabei unterstützt werden. Sprich, Bush setzt seinen seit 9/11 eingeschlagenen Kurs munter fort, und die Europäer müssen soviele Kröten schlucken, daß sie kaum noch Luft kriegen.

Nun kann man das natürlich nicht zugeben, und so tut der SPIEGEL, als ob Bushs Kritiker sich mit irgendwelchen konstruktiven Vorschlägen zur Demokratisierung des Irak hervorgetan hätten. Vergessen, daß Terrorismus angeblich nur ein Problem der Polizei ist, vergessen, daß Saddam als Garant der Stabilität vor seinem Sturz geschützt werden sollte, vergessen, daß die US-Truppen im Irak und nicht die dortigen Terroristen als Störfaktor gesehen wurden.

Aber wir wollen großzügig sein. Wenn das der Preis sein sollte, daß die Europäer plötzlich wie ein Mann hinter der irakischen Demokratie stehen und am Ende gar bereit sind, endlich auch ihren Teil zu deren Schutz zu tun, statt sie weiter im Stich zu lassen, sollen sie sich halt einreden, daß sie schon immer dafür waren und daß jetzt der blöde Bush eingeknickt ist. Wer's nötig hat...

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