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Sonntag, 12. November 2006

Heuchelei um Beit Hanun

In Europa gibt man sich mittlerweile soviel Mühe Minderheiten nicht zu diskriminieren. An meisten davon profitieren die, die sich an lautesten über Ausgrenzung, Pauschalverurteilung und "Islamophobie" beschweren: die Moslems. Und doch lebt der Rassismus munter weiter, er ist sogar Grundlage der EU-Außenpolitik und unausgesprochen auch Teil des Weltbildes einer großen Mehrheit seiner Bürger.

Wie sonst soll die Darstellung zum Beispiel des Nahostkonflikts erklärt werden können. Wieso wird von den primitiven edlen Palästinensern nicht nur kein irgendwie an den Menschenrechten orientiertes Verhalten erwartet, sondern im Gegenteil von ihnen das Begehen größter Grausamkeiten vorausgesetzt. Umgekehrt stellt sich die Frage, weshalb Israels Versuche, unschuldige Opfer (ein Wort, dass die Hamas für Israelis/Juden nicht kennt) unter den Palästinensern zu vermeiden, keinerlei Honorierung erfährt. Zweiteres dürfte viel mit dem zu tun haben, was sich vor allen bei den Grünen Wählern durchgesetzt hat: Antisemitismus. Ersteres eben mit dem guten alten Rassismus, den man in Europa per Gesetz verboten hat und den es darum nicht mehr gibt; gleiches gilt natürlich auch für den Antisemitismus. Die Palästinenser sind eben primitiv und man würde diesem Naturvolk unrecht tun, es für seine Taten verantwortlich zu machen. Die Ereignisse rund um das Blutbad in Beit-Hanun bestätigt dies eindrucksvoll.

Der Frieden in Nahost wäre greifbar, wenn die Palästinenser nach einer solchen Tragödie auf israelischer Seite ebenso reagieren würden, wie es im jetzigen Fall die Israelis tun. Es wird eine Untersuchung der Vorgänge geben, Olmert sprach sein Bedauern aus und die Verletzten wurden in israelischen Krankenhäusern behandelt. Wenn es einem Palästinenser aber gelingt, mit voller Absicht so viele Israelis wie möglich mit sich in den Tod zu reißen, fallen die Reaktionen in Gaza und im Westjordanland anders aus. Da werden Süßigkeiten auf der Straße verteilt, es wird gelacht und getanzt und mit etwas Glück heißt bald eine Straße nach dem neuen Märtyrer. Für Israel ist der Tod unschuldiger Palästinenser eine Tragödie, für die Palästinenser der von Israelis ein Grund zur Freude.

Darum ist das Veto der USA gegen die verlogene Verurteilung Israels im UNO-Sicherheitsrat richtig. Wieder einmal zeigt sich dabei auch, wie die grundsätzlich gute Idee UNO zu einer Farce verkommt. Diese Institution macht solange keinen Sinn, solange dort Diktatoren, antisemitische Regime und Feinde der Demokratie das sagen haben. In dem blockierten Entwurf sollte Israel „unverhältnismäßiger Einsatz von Gewalt“ vorgeworfen werden, die regierende Hamas oder die permanenten Raketenangriffe palästinensischer Terrororganisationen (u.a. die regierende Hamas) sollten in dem Schriftstück nicht vorkommen. Es wäre also eine einseitige und antiisraelische Verurteilung geworden, die Israel das Recht auf Selbstverteidigung abspricht, da nicht die Aggressoren, sondern das Opfer für die Vorgänge verantwortlich gemacht worden wäre. Und auch in diesem Zusammenhang setzt die Pressearbeit in Europa voraus, dass Palästinenser zu den primitiven Menschen gehören, die ihr Tun nur äußerst begrenzt selbst verantworten können. Kaum ein Artikel machte sich die Mühe, auf die Vorgeschichte einzugehen, die erst zu dieser Tragödie führte. Beit Hanun liegt im Gazastreifen und der Grund, weshalb israelisches Militär überhaupt etwas in diesem Gebiet verloren hat, ist der permanente palästinensische Raketenbeschuss israelischer Ortschaften und Städte.

Wer wirklich fair über diese Ereignisse berichten will, muss einerseits sagen, was im Gazastreifen seit der Evakuierung der Siedler passiert ist. Die stetige Aufrüstung, der Waffenschmuggel über den Sinai, die Attacken auf Israelis. Vor allen aber muss andererseits klar gesagt werden, was nicht passiert ist. Keine Bemühungen, eine andere Infrastruktur als die des Terrors aufzubauen (drastisches Beispiel: die Gewächshäuser der Siedler, die beim Rückzug zerstört werden sollten, kauften jüdische Organisationen in den USA auf und übergaben diese den Palästinensern. Nach dem Abzug des letzten Israelis fielen die Bewohner des Gazastreifens über die Siedlungen her und zerstörten dabei auch die Gewächshäuser.), keine Friedensbemühungen und kein Versuch, den Hass auf Juden und Israel einzudämmen.

Deswegen ist die versuchte Verurteilung Israels in jeder Hinsicht eine Unterstützung des Terrors gegen dieses Land und ein Hohn für die Opfer wahllosen palästinensischen Terrors, wegen dem überhaupt erst solche Militäraktionen nötig werden.

Das Entsetzen in Israel über die unschuldigen palästinensischen Opfer zeigt nicht, wie grausam dieses Land ist, sondern im Gegenteil, welchen hohen Stellenwert dort das Leben einnimmt, egal welches. Dieser Respekt vor dem menschlichen Leben ist etwas, was den Feinden Israels völlig fremd ist. Sie sehen darin eine Schwäche und sicherlich hat Israel für diese Moral auch schon viele Opfer bringen müssen. Doch die größte Gefahr geht nicht von solchen Terroristen aus, sondern von dem heuchlerischen Verhalten der westlichen Staaten, die für sich eine hohe Ethik gratis - weil von Terror und Existenzangst noch weitgehend verschont - beanspruchen und Israels Bemühungen, so gut es geht zwischen Terroristen und Unschuldigen zu unterscheiden, nicht honorieren.

Stück für Stück wird dabei Israel das Recht auf Selbstverteidigung abgesprochen, indem jeder Fehler als Beweis für begangene Kriegsverbrechen genutzt wird, was wiederum negativ auf die Darstellung dieses Landes im Westen zurückfällt und die Bereitschaft zur Solidarisierung verringert. Es ist kein Wunder, dass die Feinde des jüdischen Staates glauben, dass ein Sieg/die Vernichtung wieder in greifbare Nähe gerückt ist. Und diese Einschätzung beruht eben nicht nur auf fanatischen Hass und Wunschdenken, sondern wird auch durch die Distanzierungen vieler westlicher Staaten genährt, die nur darauf warten, immer wieder überzogene Kritik an Israel zu üben, ohne den ständigen Attacken Beachtung zu schenken, denen dieser kleine Staat ausgesetzt ist.

…bei genaueren hinsehen kann man aber auch ins Grübeln kommen, ob die Entmündigung (der Rassismus) gegenüber den Palästinensern vielleicht auch nur notwendiger Bestandteil des schlecht verkleideten Antisemitismus ist, mit dem Israel zu kämpfen hat, und nur deswegen nötig, um die Schlechtigkeit dieses Landes deutlicher zu zeigen?

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