Wir sind umgezogen!

Montag, 6. November 2006

Heike Hänsel, eine große Ökotrophologin erklärt uns die Welt

Heike Hänsel ist Mitglied der Linkspartei. Und sie ist die "entwicklungspolitische Sprecherin" der Bundestagsfraktion dieser Partei. Am wichtigsten ist es aber zu erwähnen, dass sich die liebe Frau Hänsel auf Veranstaltungen als Rednerin zur Verfügung stellt, auf denen "Stoppt das Massaker - Stoppt den Krieg - Intifada bis zum Sieg!" gerufen wird. Offenbar verfügt diese Abgeordnete also über ein etwas angespanntes Verhältnis zur Wirklichkeit.

Das hat die Gute nun in einem Interview mit der Zeitung "Junge Welt" erneut betont. Nachdem sie sich darin zunächst als rebellischer Freigeist aufspielt ("ich für meinen Teil jedenfalls habe mich nicht disziplinieren lassen"), sieht sie sich ganz in der Tradition großer "Israelkritiker" stehend (z.B. Möllemann) besorgt darüber, dass man zu unrecht als Antisemit bezeichnet werden könnte. Ja, das macht diesen Leuten doch schwer zu schaffen, denn es gibt ja bekanntlich keine linken Antisemiten.

Frau Hänsel gibt aber noch etwas Interessanteres von sich, als den üblichen Kappes von einer "Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen Osten" und "konstruktiven Alternativen zur herrschenden Politik [...], Wegen des Dialogs [...], [...] Friedenskräften in der Region". Sie, die bei derselben Demonstration mitmarschierte, auf der die antiisraelische Elite der Hauptstadt ihren großen Auftritt hatte, auf der Scheich Nasrallah, dem Anführer der Hisbollah, von der Menge zugerufen wurde "Wir sind mit Dir!", auf der der demokratische Staat Israel mit dem Schmähruf "Kindermörder Israel" bedacht wurde, diese Abgeordnete meint nun, man sollte mit der Hamas über den Frieden sprechen.

Heike Hänsel hat dem Judenstaat auf derselben Demonstration einen "Vernichtungskrieg" gegen den Libanon vorgeworfen. Damit steht sie wieder in der Tradition der friedensbewegten "Israelkritiker" (Blüm) und macht sich ebenso traditionell lächerlich. Sie war sich nicht nur zu Schade, auf einer Demonstration zu sprechen, auf der eine "Intifada bis zum Sieg" - also die Vernichtung Israels - gefordert wurde, nein, jetzt ist sie auch noch der Meinung, man solle zur Beendigung des Nahost-Konfliktes mit einer Terrororganisation über den Frieden sprechen.

Über was man genau mit dieser Gruppe reden sollte, das sagt Frau Hänsel in dem Interview nicht, aber wenn man sich die Parole "Intifada bis zum Sieg" ansieht und dann das Programm der Hamas liest, dann wird die gemeinsame Basis für ein Gespräch über den Nahen Osten schon recht deutlich.

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