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Samstag, 11. November 2006

Grenze zu, Handel tot. Die seltsame Welt des Gabor Steingart

Zu erklären, was die World Trade Organization (WTO) tut, ist eigentlich ganz einfach: Sie schafft Voraussetzungen für freien Handel. Sie tut dies beispielsweise, indem sie unter ihren 150 Mitgliedsländern so weit wie möglich das Prinzip der Nichtdiskriminierung durchzusetzen versucht: Wenn Land A als WTO-Mitglied den Marktteilnehmern aus Land B bestimmte Konditionen für den Marktzutritt gewährt, dann darf es den anderen 148 Mitgliedsländern keine schlechteren Bedingungen zumuten.

Kompliziert wird es im Detail, bei all den Ausnahmen und Sonderregeln für einzelne Märkte, die es, wie in jeder Organisation, auch hier gibt. Dennoch: Die Aktivitäten der WTO sind stets auf Marktöffnung ausgerichtet. Die Organisation versucht, Handelsbarrieren und Marktzutrittsschranken so weit wie nur möglich abzubauen, den freien Austausch von Gütern und Dienstleistungen also zu erleichtern. Das tut die WTO seit 1995, zuvor gab es GATT-Verhandlungen, welche die gleichen Ziele verfolgten.

Trotz aller Schwierigkeiten, die es bei der aktuellen Verhandlungsrunde gibt, ist die WTO insgesamt eine recht erfolgreiche Organisation. Handelsströme behindernde oder verzerrende politische Instrumente -- Einfuhrzölle und Exportsubventionen vor allem -- wurden sukzessive reduziert. Natürlich sind wir von echtem Freihandel weiterhin weit entfernt, vor allem in angeblich besonders sensiblen Sektoren wie der Landwirtschaft. Aber zumindest ging die Entwicklung der letzten Jahrzehnte stets in die Richtung, mehr Freihandel zu ermöglichen und weniger Handelsbarrieren zu erhalten.

Die Resultate sind beachtlich. Wir profitieren als Konsumenten erheblich davon, daß der intensivierte Wettbewerb Preise gesenkt hat. Und nicht nur das, wir profitieren auch von einer sehr viel größeren Vielfalt an Gütern, aus denen wir wählen können. Als Produzenten stehen wir, angesichts des intensivierten Wettbewerbs, natürlich unter größerem Druck. Aber auch der hat gute Seiten, denn er zwingt uns zu einem schnelleren technischen Fortschritt und zur Nutzung der Produktivitätsreserven, die wir finden können. In einer Welt mit knappen Ressourcen und vielen noch nicht bedienten Wünschen ist all das uneingeschränkt begrüßenswert.

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