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Sonntag, 5. November 2006

Eigenverantwortung. Voll krass. Zu krass?

Erschütternd nehmen kritische Zeitgenossen die momentanen Umfragen in Deutschland zur Kenntnis. Viele Deutsche haben sich vom Sinn der Demokratie abgewendet. Sie sind unzufrieden, und vertrauen der "Demokratie" nicht. In Österreich wird es nicht anders sein.
Aber an was sollen diese Menschen sonst glauben? Wollen sie eine Diktatur? Einen richtig starken Mann, der angeblich "alles regeln" soll, quasi: Zuviele Köche verderben den Brei?

Offene Augen und Ohren sind von dieser Umfrage wahrlich nicht überrascht. Zu oft hört man am Stammtisch, bei vertraulichen Gesprächen das Misstrauen über die Demokratie. Das Recht das System zu kritisieren ist natürlich ironischerweise ein wichtiger Teil der Demokratie. Die Politikverdrossenheit ist überall zu spüren - Die fatale Gleichgültigkeit, was mit uns passiert.
Pauschalisierendes Politikerbashing ist zum absoluten Volkssport geworden. Die da "oben" hört man gerne. Die cashen doch nur ab und wirtschaften nur in die eigene Tasche.
Medien wie die "Kronenzeitung" verstärken dieses Bedürfnis, indem auf der Leserbriefseite eine Extra-Rubrik geschaffen wurde, wo sich Frustrierte in Wirtshausjargon über die "Bonzen" in Brüssel abschimpfen können.

Eine Reportage im Online-Spiegel hat diese erschütternde Gleichgültig- und Hilflosigkeit besonders bestätigt. Was aber noch schlimmer ist: Ein völlig falsches Verständnis von der Demokratie, als eine Art "Ich will nur nehmen, aber nicht geben"-Maschinerie. Der Staat habe gefälligst nur für den Bürger da zu sein, selber muss man nichts machen. Einerseits haben vermutlich Teile dieses Staatssystems diesen Mythos selber aufgebaut. Andererseits muss man gewisse Bürger schon fragen, ob sie jemals etwas von Eigenverantwortung gehört haben.

Beispiel gefällig?

"Von Politik habe sie nicht viel Ahnung, sagt Bianca. Sie meidet dabei den direkten Blickkontakt. Sie ist nur einmal zur Wahl gegangen. "Hat aber nichts gebracht." Seither verweigert sie sich. Was ist Demokratie für sie? Sie zögert, denkt nach, zuckt mit den Schultern, seufzt: "Es muss sich einfach nur ändern." Sie meint damit nicht die Staatsform; so ein Begriff hat keine praktische Bedeutung für sie. Bianca sagt, dass sie unzufrieden ist. Mit vielem. Sie sieht die Schuld bei "Politikern", die "Dinge versprechen" und sich daran "nicht halten": "Die halten uns an der kurzen Leine. Und die schicken viel zu viel Geld ins Ausland. Für hier bleibt nicht genug." Bianca fühlt sich benachteiligt, wodurch auch immer. Gerecht sei ein Land, in dem Menschen für einen Euro pro Stunde arbeiten müssten, sowieso nicht."

Tja von nichts kommt nichts, Bianca.

Wer glaubt, der Staat habe die Bürger wie die Mutter ein kleines unbedarftes Kind ständig an der Hand zu führen, der irrt.

Unsere Länder brauchen daher nicht nur mehr politische Bildung, sondern auch ein Gefühl für Eigenverantwortung. Deutschland und Österreich müssen endlich weg von dieser unseligen "Die anderen sind schuld - die da oben - Der Staat wirds schon richten"-Mentalität, und eine Reife zur Selbstkritik und Selbstverantwortung finden.

Benutzte Quelle: www.spiegel.de

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