Wir sind umgezogen!

Dienstag, 7. November 2006

Die demokratischen Hoffnungen der Iraker

Qantara.de

Frisch aufgemerkt, liebe Freunde von der Schlamassel-Fraktion, und die Hörgeräte auf volle Lautstärke. Jetzt heißt es tapfer sein:

Trotz der zunehmenden Gewalt im Irak fühlt sich die Mehrheit der irakischen Bevölkerung der Vision eines demokratischen säkularen Staates verbunden. So fasst Mansoor Moaddel das Ergebnis der letzten Meinungsumfrage zusammen, an der er selbst beteiligt war.

Na, da wollen wir doch gleich mal nachschauen, wie es sich denn mit den einzelnen Kernthesen verhält, durch die der Irakkrieg delegitimiert werden soll, weil er den Irakern angeblich nur Unglück gebracht hat.

These 1: Der Iraker als solcher will keine Demokratie, weil er sie schon kulturell bedingt nicht zu würdigen weiß

[..] Die Anzahl der Iraker, die erklärten, es sei "sehr wichtig", dass der Irak eine Demokratie würde, erhöhte sich während dieses Zeitraums von 59% auf 65%. Dieselben Iraker sahen einen Zusammenhang zwischen einer wirksamen Demokratie und der Trennung von Religion und Politik wie in westlichen Systemen.

These 2: Der Sturz des säkularen Ba'ath-Regimes läßt nur die fundamentalistischen Geister aus der Flasche

Die Gesamtzahl jener, die der Aussage: "Der Irak wäre ein besserer Ort, wenn Religion und Politik getrennt würden", "klar zustimmten", erhöhte sich von 27% in 2004 auf 41% in 2006. Besonders signifikant war der Anstieg während dieses Zeitraums unter Sunniten (von 24% auf 63%) und Kurden (von 41% auf 65%). Bei der Haltung der größten Bevölkerungsgruppe, den Schiiten, gab es in dieser Frage keine Veränderung; sowohl 2004 als auch 2006 äußerten 23% ihre "klare Zustimmung".

These 3: Wenn man Arabern erst mal freien Wahlen erlaubt, entscheiden sie sich für die religiöse Diktatur

In ähnlicher Weise stellte die Befragung fest, dass die Unterstützung für einen islamischen Staat schwindet. Die Anzahl der Iraker, die meinten, es wäre "sehr gut, eine islamische Regierung zu haben, in der die religiösen Führer über absolute Macht verfügen", sank zwischen 2004 und 2006 von 30% auf 22%.

These 4: Die Demokratie führt zum Zerfall des Landes und stärkt langfristig nur Nachbarstaaten wie den Iran

[...] Auch das Nationalbewusstsein nimmt zu. Auf die Frage, ob sie sich "in erster Linie als Iraker" oder "in erster Linie als Muslime" betrachteten, antworteten in 2006 28% der Iraker, sie seien "in erster Linie Iraker". In 2004 waren es 23%.

These 5: Zumindest in Baghdad tobt bereits einen regelrechter Bürgerkrieg zwischen den Bevölkerungsgruppen

In der Hauptstadt Bagdad, dem Zentrum religiöser Gewalt, waren die Zahlen sogar noch eindrucksvoller: Der Anteil der Bevölkerung, die sich "in erster Linie als Iraker" betrachtete, verdoppelte sich hier von 30% auf 60%.

(Und weiter geht's...)

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