Wir sind umgezogen!

Montag, 6. November 2006

Blau-weiße Delinquenz

Nachdem die Hizbollah im Juli dieses Jahres zwei israelische Soldaten entführt und schon seit längerem den Norden Israels mit Raketen beschossen hatte, war der jüdische Staat die permanenten Angriffe der Terrororganisation Leid und begann mit Luftangriffen auf Stellungen von Hassan Nasrallahs Truppen im Libanon. Wie zu erwarten war, kam es in zahlreichen Städten daraufhin sofort zu teilweise militanten Demonstrationen gegen Israel: Seit’ an Seit’ marschierten Islamisten neben der so genannten Friedensbewegung und Gotteskrieger neben Antiimperialisten, vereint im antisemitischen Ressentiment. Zwar erreichten die Manifestationen nicht die zahlenmäßige Stärke wie die Aufmärsche gegen den Irak-Krieg, doch wo sie stattfanden, boten sie den gewohnten Grusel. Kundgebungen und andere Solidaritätsbezeigungen für den jüdischen Staat blieben demgegenüber die rare Ausnahme, und nicht selten waren sie verbalen und physischen Attacken der Feinde Israels ausgesetzt – wie etwa am 24. Juli in Saarbücken, als ein Mob von knapp fünfzig Personen sich unter Rufen wie „Israel – Kindermörder“, „Juden raus!“ und „Judenhuren“ auf drei einsame Leute stürzte, die ihren Protest gegen eine „Friedensdemonstration“ durch das Zeigen von israelischen Fahnen zum Ausdruck gebracht hatten.

Was dann folgte, war nachgerade bizarr: Die Polizei zeigte sich unfähig, das Trio zu schützen, das von den Hizbollah-Fans erst verfolgt und schließlich verprügelt wurde; nach den Tätlichkeiten konnte die Demonstration zudem unbehelligt und uneingeschränkt weiterziehen. Maßnahmen gegen die Angreifer gab es keine – dafür jedoch einige Zeit später gegen einen der Angegriffenen:* Am 14. September erhielt er eine Vorladung des Landeskriminalamtes wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz; vor wenigen Tagen wurden sogar seine Wohnung durchsucht und mehrere Computer polizeilich beschlagnahmt. Was mochten die offiziellen Staatsmitarbeiter gesucht haben, eine israelische Fahne etwa? Was wollen sie finden auf den Rechnern, die sie mitgenommen haben, Urlaubspläne nach Tel Aviv?“, fragt die saarländische Vierteljahrszeitschrift Charlie Churchills Papagei (CCP) in einem Kommentar zu den Vorfällen und schildert, was sich sonst noch alles seit dem Tag zugetragen hat, an dem eine aufgeputschte Menschenmenge ihrem Friedenswillen gegen Israel und seine Freunde freien Lauf ließ.

WEITERLESEN

Kontakt

  • admin.wmd [at] googlemail.com