Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 8. November 2006

Alter Wein in neuen Schläuchen

Nichts Neues zum Thema Armut - Reichtum auch von der EKD-Synode, wo man sich derzeit unter dem Schwerpunkt "Gerechtigkeit erhöht ein Volk" ausgiebig potenziellen Umverteilungsszenarien widmet. Ratsvorsitzender Wolfgang Huber bezeichnete Armut als "skandalös" und will einkommensstarke Bürger und Besitzer großer Vermögen stärker in die Verantwortung nehmen. "Reichtum muss in Wohlstand für alle umgesetzt werden", heißt es in dem Entwurf einer Entschließung.

Und Katrin Göring-Eckhardt analyisert messerscharf: "Immer mehr Menschen sind trotz Arbeit arm, 20% der abhängig Beschäftigten arbeiten für Niedriglöhne und die Löhne im unteren Segment sinken weiter. ... Das Armutsrisiko steigt, für Alleinerziehende, für weniger gut Ausgebildete, für Migranten – und vor allem wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Immer mehr Menschen sind trotz Arbeit arm, 20% der abhängig Beschäftigten arbeiten für Niedriglöhne und die Löhne im unteren Segment sinken weiter."

So weit, so bekannt. Ohne hier auf die hinreichend bekannten wirtschaftspolitischen Argumentations- und Denkfehler einzugehen, drängt sich aber eine Frage auf an die Adresse derer, die so gerne den moralischen Zeigefinger benutzen: Ob denn auch die Kirchen selbst als zweitgrößter Beschäftiger im Bereich Soziales und Gesundheitswesen künftig mal einen Nagel in die Wand hauen, ohne bloß den Hammer zu schwingen, wie sie das seit Jahren tun? Wer selbst als Unternehmer Transparenz vermissen läßt, dem Zeitalter nicht mehr gemäße Einstellungsvoraussetzungen vertritt und gerne auf Billiglohngruppen zugreift, dem stünde etwas mehr Zurückhaltung nicht schlecht zu Gesicht.

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