Wir sind umgezogen!

Donnerstag, 2. November 2006

Abrüstung auf libanesisch

3. betont, wie wichtig es ist, dass die Regierung Libanons im Einklang mit den Bestimmungen der Resolution 1559 (2004) und der Resolution 1680 (2006) sowie mit den einschlägigen Bestimmungen des Übereinkommens von Taif ihre Kontrolle auf das gesamte libanesische Hoheitsgebiet ausweitet, damit sie ihre volle Souveränität ausüben kann, sodass es keine Waffen ohne die Zustimmung der Regierung Libanons und keine Autorität außer der der Regierung Libanons geben wird;

8. vollständige Durchführung der einschlägigen Bestimmungen des Übereinkommens von Taif sowie der Resolutionen 1559 (2004) und 1680 (2006), die die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen in Libanon vorsehen, sodass es in Übereinstimmung mit dem Beschluss des libanesischen Kabinetts vom 27. Juli 2006 in Libanon keine anderen Waffen und keine andere Autorität als die des libanesischen Staates geben wird;

14. fordert die Regierung Libanons auf, ihre Grenzen und anderen Einreisepunkte zu sichern, um zu verhindern, dass Rüstungsgüter und sonstiges Wehrmaterial ohne ihre Zustimmung nach Libanon verbracht werden, und ersucht die UNIFIL entsprechend der Ermächtigung in Ziffer 11, der Regierung Libanons auf deren Ersuchen hin behilflich zu sein;

Uno Resolution 1701

Eigentlich ein eindeutiger Text, denn wer lesen kann ist taktisch im Vorteil, besonders wenn er das gelesene auch versteht, was offensichtlich einigen Schwierigkeiten bereitet. In Deutschland könnte man ja jetzt das Alphatelefon Münster kontaktieren und seine Hilfsbereitschaft damit signalisieren, das man die libanesische Regierung dort anmeldet, denn in Beirut scheint man über eine gewisse Leseschwäche zu verfügen und rätselt seit Wochen über den Text und seine tiefere Bedeutung.


Offensichtlich hat sich Beirut aber dann besonnen, das es irgendwie blöd ist, wenn man als Vollhonk durch die Welt läuft und man in Ermangelung der "Gelben Seiten" mal jemanden fragt der sich damit auskennt. So rief man einfach mal, völlig unverbindlich, den UNO-Sonderbeauftragten für den Nahen Osten Terje Roed-Larsen an und sprach von einem kleinen Problem, nichts gravierendes was man nicht lösen könnte, aber doch irgendwie peinlich. Anscheinend ist man in Beirut zu blöd, oder einfach nur schlicht und ergreifend unfähig eine einfache Aufgabe zu lösen, nämlich die Waffenlieferungen an die Hizbullah zu stoppen.


Und so läuft der Transport von Waffen auch weiterhin wie geschmiert an die Hizbullah, ohne das sich irgendjemand großartig dafür interessieren würde, im Gegenteil erklärte der UNO-Beauftragte „Ich denke, dass die libanesische Regierung alles unternimmt, um den Schmuggel von Kampfmitteln entlang der Grenze zu verhindern. Ob diese Bemühungen ausreichend sind? Das wird die Zeit zeigen.“ Na das wird Israel aber unheimlich freuen, das sich die libanesische Regierung bemüht. Wäre der Libanon Angestellter einer Firma, dann wäre dies wohl ein Grund für eine Abmahnung und den Zeugniseintrag, "Herr Libanon hat sich bemüht den Anforderungen gerecht zu werden." Da dies aber nicht der Fall ist, begnügt sich die UNO mit den Anstrengungen Beiruts und akzeptiert auch die Schuldzuweisung an Syrien, die selbstverständlich sofort erklären, daß es halt schwierig ist, so eine große und völlig übersichtliche Grenze zu überwachen.


Da fragt man sich wozu eigentlich die Suppenkasper der UNIFIL im Libanon sind. Das diese nur eingreifen sollen, wenn sie dazu aufgefordert werden ist ja schon ein tolles Ding, das sie aber nicht mal in der Lage sind die Grenze zu Syrien mit Luftaufklärung zu kontrollieren, das ist schon ein Kracher. Während des Iraqembargos waren die USA und Groß Britannien in der Lage ein Gebiet zu überwachen, das um ein vielfaches größer ist, als der Libanon. Statt dessen droht die UNIFIL israelische Luftüberwachung nicht einfach so hinzunehmen und erklärte, das man die Flugzeuge abschießt, sollte Israel auch weiterhin den Libanon aus der Luft überwachen. Ist ja auch eine Unverschämtheit die eigene Unfähigkeit auch noch auf dem Silberteller serviert zu bekommen.


Und so wird auch weiterhin die Hizbullah mit Waffen versorgt, die Syrer schulternzuckend auf die Grenze zeigen und versprechen ganz doll die Resolution zu unterstützen. Die libanesische Regierung wird wöchentlich erklären, wie kräftig man sich bemüht. Roed-Larsen wird sich zwar besorgt, aber doch zustimmend äußern, das die Libanesen ganz tolle Arbeit leisten und die UNIFIL auch weiterhin die Rolle einer "militärischen Reisegesellschaft" spielen. Tja und die Ausflugsdampfer der Bundesmarine werden auch weiterhin vor der libanesischen Küste schippern und das Wetter genießen, während die Hizbullah dann irgendwann in die zweite Runde geht mit der Gewißheit, das nun mehr UNIFIL-Soldaten die Verteidigungsbemühungen pardon agressive Haltung der Tzahal an die UNO vermelden können, denn wie heißt es so schön, wer schreibt der bleibt.


Der Libanon kann einem echt leid tun, denn unfähige Politiker und die Trottel von der UNO das ist schon ziemlich hart. Zum Glück gibt es ja die Uni Kassel, da sitzen ja Experten, die den Nah-Ost Konflikt an einem Wochenende lösen können...stellt sich die Frage, warum tun sie es dann nicht, aber das ist wieder eine andere G'schicht.

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