Wir sind umgezogen!

Mittwoch, 1. November 2006

"Aber sie muss aufpassen was sie sagt."

Kenan Kolat, der Vorsitzende des "Türkischen Bundes Berlin" und Bundesvorsitzender der "Türkischen Gemeinde Deutschland", hat sich selbst übertroffen! Er hat es geschafft, mit einem kurzen Statement auszudrücken, um was es geht, bei dem Konflikt zwischen dem politischen Islam und denen, die meinen, dass die Religion eine reine Privatangelegenheit darstellt. Selbstverständlich hat Herr Kolat das nicht gewollt und er meinte es auch alles bestimmt ganz anders, aber er hat es gesagt:
"Sicher muss Ekin Deligöz alles sagen dürfen können. Aber sie muss aufpassen was sie sagt."
Es ist irgendwie schade, dass jemand wie Kenan Kolat, dem ich einfach mal eine gehörige Portion Intelligenz unterstelle, das Prinzip der Meinungsfreiheit nicht versteht: Die Meinung ist eben nur dann frei, wenn man nicht aufpassen muss, was man sagt.

Es ist mir ein Rätsel, wie eine Äußerung, die eine angeblich völlig freiwillige Handlung betrifft, also das Tragen eines Schleiers, solche Reaktionen hervorrufen kann. Und warum sind eigentlich diejenigen, die sich öffentlich im Namen der deutschen Muslime äußern und Frau Deligöz' Meinung als "populistisch" oder "Unsinn" bezeichnen, allesamt Männer?

Noche eine, die in den Augen Kenan Kolats wahrscheinlich aufpassen muss, was sie sagt, ist Necla Kelek. Die forderte in einem Interview mit tagesschau.de, man solle Kopftücher an Grundschulen verbieten und geht damit einen ganzen Schritt weiter als Ekin Deligöz. Ich bin jetzt schon gespannt, mit welchen Scheinargumenten versucht werden wird, den sechs- bis zehnjährigen eine "freie Entscheidung" zum Tragen eines Kopftuches zu unterstellen.

Kontakt

  • admin.wmd [at] googlemail.com