Wir sind umgezogen!

Dienstag, 31. Oktober 2006

Schröder und andere Glücksfälle

Ist der Beckmann eigentlich immer so? Jedenfalls hat er dem Schröder gestern drei vielsagende Fragen gestellt - fragen kostet ja bekanntlich nix.
Nun gut, unser Ex-Kanzler hat die Fragen nicht beantwortet, sondern sich mit dem üblichen Blablub gekonnt drumherum gemogelt. Aber er hat die Fragen auch nicht zurückgewiesen. Und dieses Schweigen war interessanter als alles, was er in diesem Interview von sich gegeben hat.

Ich zitiere Beckmann aus dem Kopf:

- Herr Schröder, wann haben Sie begriffen, dass es bei diesem Krieg weder um Massenvernichtungswaffen noch um den internationalen Terrorismus ging?

- Hat George Bush Ihnen gegenüber einmal geäußert, dass Gott ihm den Befehl erteilt habe oder ähnliches?

- Ist das nicht christlicher Fundamentalismus?


Die Frage auf die Schröder dagegen sehr ausführlich, unmissverständlich und ohne rot zu werden antwortete, war diese:

- Sie haben Putin einen "lupenreinen Demokraten" genannt. Dafür wurden Sie oft kritisiert. War das ein Fehler?


Schröder lacht sein tiefes Patriarchenlachen als hätte Beckmann einen guten Witz gemacht.

Wissen Sie, Herr Beckmann, es geht um Fairness. Das ist alles. Wenn man Putin kritisieren will, dann aber bitte nicht so geschichtslos, wie das meist der Fall ist. Schon das Zarenreich war von grausamer Unterdrückung geprägt. Dann kamen Lenin und Trotski, später Stalin. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion drohte Russland dann in Anarchie zu versinken. Und in dieser Situation, heute, ist Putin, das sage ich hier ganz offen, heute ist Putin ein Glücksfall für Russland.


Schön nicht? Da wollen wir doch auch gleich mal fair und vorbildlich geschichtsbewusst sein:
nach den Gräueltaten des dreissigjährigen Krieges oder des deutschen Kolonialismus, nach zwei Weltkriegen und Auschwitz, nach den Jahren der SED-Diktatur...
da ist doch selbst ein Kanzler, der exakt die Politik macht, die ihm einen lukrativen Posten bei Gasprom sichert und ihr geschickt ein königlich idealistisches "Kein Blut für Öl!"-Mäntelchen umhängt... ich sage es ganz offen: ein Glücksfall für Deutschland gewesen.

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