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Dienstag, 31. Oktober 2006

Afghanistan: Bundeswehr trennt sich von Totenschändern

SPIEGEL online

Die Bundeswehr hat erste personelle Konsequenzen aus den Totenschändungen in Afghanistan gezogen. Verteidigungsminister Jung suspendierte zwei aktive Soldaten vom Dienst.

Das ist sicher eine sinnvolle Entscheidung. Denn bei allem Verständnis für makabre Scherze als Folge der mitunter schrecklichen Streßsituationen, denen Soldaten im Krieg ausgesetzt sind, war das Verhalten der Soldaten nicht nur geschmack- und instinklos, sondern angesichts der relativ niedrigen Frustrationstoleranz vieler Muslime gerade in jenen Regionen, in denen sie Dienst taten, sogar regelrecht gefährlich und damit im höchsten Maße unprofessionell. So Leute schaden einer Armee eher als daß sie ihr nützen, und je früher sie aus sicherheitsrelevanten Positionen entfernt werden, desto besser.

Nur, das Fehlverhalten einzelner psychisch überforderter Spätpubertierender ist nicht der eigentliche Skandal. Der ist viel mehr, daß genau jene Medien, die jetzt mit wohligem Schaudern die Bilder der Totenschädel benutzen, um die eigene Auflage zu steigern, nie ein Wort über sie verloren, als sie noch Haare, Fleisch und Haut auf ihren Knochen hatten, als sie noch Augen besaßen, mit denen sie ihre Mörder und Peiniger im Moment ihres Todes sahen, und Lippen, mit denen sie um Hilfe schrien oder um Gande flehten. Diese Medien schwiegen ohrenbetäubend, als all diese Schädelberge gerade aufgetürmt und die Massengräber erst gefüllt wurden.

Wer heute so tut, als ob ihn die Leichenschändung wirklich betroffen macht, während er gleichzeitig jederzeit ohne zu zögern bereit ist, den Lebenden zuzumuten, unter Regimen zu leben, in denen sie erst zu jenen Toten werden, um deren Wohlergehen man dann hinterher so besorgt tut, ist ein verabscheuungswürdiger Heuchler. Und daß dann noch versucht wird, dieser besonders perfiden Art von Menschenverachtung durch Verwendung von euphemistischen Begriffen wie "Frieden", "Stabilität", "Realpolitik", "fremde Kulturen" oder "innere Angelegenheiten" ein humanistisches Mäntelchen umzuhängen, macht es eher schlimmer als besser.

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